Naturschutzverbände und Windkraft

Deutscher Naturschutzring: Windkraft im Visier

 DNR copyright 2010
DNR copyright 2010

Der Deutsche Naturschutzring e.V. ist der Dachverband von nahezu 100 Natur- und Umweltschutzverbänden mit über 5 Millionen Einzelmitgliedern[1]. Er will Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung unseres Landes geben – zum Beispiel in der Energiepolitik.

 

Der DNR befasst sich seit Jahren mit der Windkraft. Auf Basis einer umfangreichen Grundlagenarbeit 2006 wurde die Grundlagenanalyse erstellt. In dem umfangreichen Papier "Grundlagenanalyse 2012" finden sich kritische Diskussionen, konkrete Fakten und ufangreiche Literaturverweise auf den wissensdchaftlich fundierten Sttand der Kenntnis 2011. Das Papier hat auch heute seine Aktualität bei der Beurteilung der Verträglichkeit von Windkraft nicht verloren.

Der DNR begleitet den Ausbau der Windenergie konstruktiv und kritisch um sowohl die Nutzung der Windenergie zu ermöglichen als auch die Belange des Natur- und Artenschutzes zu verankern. Dazu entwickelt der DNR seine Positionen weiter um die zentralen Forderungen der Natur- und Umweltschutzverbände zum Thema Windkraft bereits ab der sehr frühen Phase der Raumordnung- und Bauleitplanung einzubringen und damit den Ausbau der Windenergie in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Forderungen des DNR umfassen:

  • räumliche Steuerung durch „Raumordnung und Bauleitplanung“ (Vorranggebietet für Windkraftnutzung bei gleichzeitigem Ausschluss der restlichen Gebiete)
  • bessere Verzahnung der Planung auf regionaler und örtlicher Ebene durch die Anwendung gleicher Kriterien
  • Belange des Artenschutzes sowie die naturräumlichen Potenziale und Restriktionen sind im Rahmen der Regionalplanung detaillierter als bisher üblich zu prüfen und zu berücksichtigen wobei man sich auf wenige, gut bestimmbare Kriterien konzentrieren sollte (Schutzgüter mit überdurchschnittlich hohem Risikopotenzial wie die Tiergruppen der Vögel und Fledermäuse)
  • keine pauschalen Höhenbegrenzungen von Windkraftanlagen in Vorrangebieten um die Energieernte zu optimieren und dadurch die Anzahl der notwendigen Anlagen zu reduzieren
  • Einbindung der Naturschutzverbände bereits ab einer sehr frühen Phase der Regionalplanung
  • Liste an Tabuzonen die von Windkraftanlagen freizuhalten sind (u.a. alte Laubmischwälder mit über 140 Jährigen Bäumen, Lebensräume besonders streng geschützter Arten, Flugkorridore von Zugvögeln zu Rastgebieten)

 


BUND: Grundsatzpositionen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat Grundsatzpapiere zum Thema Klima & Energie erarbeitet[1].

 

Im Positionspapier 48 "Zukunftsfähige Energiepolitik" vom September 2011 zeigt der BUND ein Gesamtkonzept, um Deutschland ab 2050 zu 100% aus regenerativen Energien zu versorgen und dabei die Treibhausgasemission um 80% zu reduzieren. Die drei Themen, die mit Abstand das größte Potenzial bieten, um dies zu erreichen sind

  • Energieeinsparung
  • Energieeffizienz
  • Windkraft

 

Im Positionspapier 56 "Für einen natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie" vom Juni 2011 werden Chancen und Potentiale der Windkraft aufgezeigt wie

  • Wirtschaftlichkeit
  • kürzeste energetische Amortisation
  • dezentral erzeugte Energie
  • Wertschöpfung in der Region
  • hohes Ausbaupotential
  • Perspektive Energiespeicher durch Wandlung von Strom in speicherbaren Wasserstoff oder Methan)

 

Darüber hinaus werden Positionen und Forderungen zu den Themen gezielte Regional- und Flächennutzungsplanung, Windenergie und Naturschutz, Immissionsschutz, Bürgerbeteiligung sowie Offshore-Windenergie formuliert.

 

Weitere Informationen finden sich beim BUND unter der Rubrik Klima & Energie. Die beiden Positionspapiere kann man beim BUND bestellen oder direkt herunterladen[2].

 


Nabu: naturverträglicher Ausbau der Windenergie

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Der NABU wurde 1899 geründet und ist mit über 420.000 Mitgliedern und 40.000 Fördern Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband, der in allen umweltpolitischen Bereichen engagiert ist[1].

 

Um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu verringern, hat der NABI in 2007 ein Grundsatzprogramm Energie beschlossen. Darin bekennt sich der NABU zu einem naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Im Mittelpunkt der Diskussion steht neben der Biomassenutzung vor allem die Windenergie, die derzeit und in absehbarer Zukunft mit einem Anteil von rund 50 Prozent unter den erneuerbaren Energiequellen im Stromsektor eine dominierende Rolle für die Energiewende spielt.

 

Die ökologischen Auswirkungen der Windenergienutzung konzentrieren sich auf Vogel- und Fledermausarten, die entweder durch Kollisionen tödlich verunglücken oder die aus ihren Lebensräumen wegen eines ausgeprägten Meideverhaltens vertrieben werden.

 

Wenn auf die in den Regionen unterschiedlichen Voraussetzungen für die Windenergienutzung Rücksicht genommen wird, ist der NABU überzeugt, dass sich der weitere Ausbau der Windenergie in Deutschland unter Wahrung der Belange des Naturschutzes und auf ökologisch verträglichen Standorten erreichen lässt[2].