Infraschall

Das Unbekannte beeindruckt

Trotz sachlicher Aufklärung zu Infraschall und dass solcher "tieffrequente Schall" in vielen Bereichen unserer hochtechnisierten Gesellschaft auftritt, ist eine anhaltende, aufgeregte Diskussion insbesondere befeuert von Windkraftkritiker zu beobachten. Als Einleitung deshalb ein kurze Artikel, der dazu anregen soll, das Geheimnisvolle des Unbekannten zu überwinden sowie sich eine eigene sachliche Urteilsfähigkeit zu dem Thema zu erarbeiten.
mehr: Windrad-Syndrom: Krank aus Angst vor Infraschall (Nocebo Effekt)


Die Studie zum Nocebo-Effekt zeigt einen Teil der Wahrheit und ruft jeden dazu auf das Thema mit Gelassenheit zu betrachten. Sicher hilft auch der Hinweis, dass Infraschall in der Natur, zu Hause und im Verkehr etwas Normales ist. Durch den Kompressor vom Kühlschrank, durch die Heizungspumpe sowie von Autofahrten und Bahnfahrten fühlt man sich für gewöhlich gesundheitlich nicht beeinträchtigt.

Das darf andererseits nicht davon ablenken, das Thema Infraschall und Gesundheit sachlich, objektiv und umfassend zu betrachten.

Sachlich fundierte Quellen

Aus allen uns bekannten Arbeiten und Studien ragen zwei Projekte heraus, da sie den Ansatz haben den Stand des Wissens auf Grundlage der seriösen verfügbaren Studien zusammenzufassen:

  1. der Deutsche Naturschutzring hat in seiner Grundlagenanalyse 2012 das Thema in Bezug auf Windkraftanlagen ausführlich bearbeitet. Untenstehende Texte sind eine Zusammenfassung dieser Arbeit. Für weitere Details folgen Sie bitte dem angegeben link zur Grundlagenanalyse
  2. zur Verbesserung der wissenschaftlichen Erkenntnisse hat das Umweltbundesamt (UBA) in 2011 ein Forschungsvorhaben vergeben, das sich mit der Geräuschbelastung durch tieffrequenten Schall, insbesondere durch Infraschall, beschäftigt. Es wurden rund 1.200 Publikationen zu dem Thema analysiert. Dabei zeigte sich, dass zu den Themen"
         "Entstehung und Ausbreitung von Infraschall"
         "Auswirkungen von Infraschall auf die Beschäftigten in Betrieben"
    bereits seit langem Forschungsergebnisse vorliegen und das Thema "Auswirkungen von Infraschall und tieffrequentem Schall auf die Bevölkerung" seit dem Jahr 2000 bearbeitet wird.
    Stand März 2014 befand sich der Abschlussbericht im UBA zu Qualitätssicherung und wird danach veröffentlicht. Wir werden uns mit dem Bericht befassen und untenstehende Zusammenfassung aktualisieren.
    mehr: Umweltbundesamt : tieffrequente Geräusche

Die Studie des Umweltbundesamts wurde im Juni 2014 unter dem Titel "Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall" veröffentlicht.
Untertitel: "Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen". Beschreibung: "In der vorliegenden Machbarkeitsstudie wurde der Stand des Wissens über die Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen, die Identifizierung von Infraschallquellen und die potentiellen Betroffenheiten in Deutschland durch Infraschall erarbeitet. Darüber hinaus wurde ein Studiendesign für eine Lärmwirkungsstudie über Infraschallimmissionen entwickelt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden Vorschläge für die Weiterentwicklung des Regelwerkes zum Immissionsschutz unterbreitet."
Download: Umweltbundesamt: Von woher kommt der Infraschall?

Sind Beeinträchtigungen durch Infraschall von Windrädern zu erwarten?

© 2012 Deutscher Naturschutzring
© 2012 Deutscher Naturschutzring

Generell: Infraschall von Windrädern liegt deutlich unterhalb der Hörschwelle des Menschen. Zum Vergleich: Innengeräusche in einem PKW haben deutlich höhere Pegel[1].

 

Auswirkung: Hohe Schalldruckpegel, die zur Beeinträchtigung des Wohlbefindens führen können, werden bei Windenergieanlagen bei weitem nicht erreicht. Bei der in der TA Lärm vorgeschriebener Mindestentfernung von mindestens 500 m zu Wohngebieten ist keine Belästigung, Beeinträchtigung oder Gefährdung von Personen zu befürchten[1].

Was ist Infraschall?

© 2012 Deutscher Naturschutzring: Hörbereich des Menschen (nach SCHOLZ 2003, verändert)
© 2012 Deutscher Naturschutzring: Hörbereich des Menschen (nach SCHOLZ 2003, verändert)

Luftdruckschwankungen breiten sich als Schallwellen aus. Menschen können Schall im Bereich von 20 Hz – 20.000 Hz hören. Im mittleren Frequenzbereich (2.000 - 5.000 Hz) ist das menschliche Ohr am empfindlichsten. Die Frequenzbereiche darüber und darunter werden nur noch eingeschränkt wahrgenommen. Schallwellen oberhalb 20.000 Hz nennt man Ultraschall. Einige Tierarten, (z.B. Fledermäuse) können mit Hilfe von Ultraschall kommunizieren oder Beute orten. Schallwellen unterhalb 20 Hz nennt man Infraschall. Einige Tierarten (Wale, Elefanten Tiger) können sich mit Infraschall verständigen[1].

 

Menschen können Luftdruckschwankungen bis zu einer Frequenz von etwa 1 Hz wahrnehmen, obwohl die Empfindlichkeit des Ohres zu tiefen Frequenzen hin stark abnimmt. Je tiefer die Frequenz wird, umso höher muss jedoch der Schalldruckpegel (“Lautstärke”) werden, damit der Mensch eine Wahrnehmung erfährt (Beispiel: Wahrnehmung von "Pulsieren" z.B. bei einem Rockkonzert direkt vor der Bass-Box)[1].

Wie entsteht Infraschall?

Immer, wenn Wind an einem Hindernis vorbei strömt, entstehen Geräusche, eventuell auch Infraschall. Beispiele an natürliche Quellen von Infraschall sind die Meeresbrandung, Windböen und Donner beim Gewitter. Beispiele für künstliche Quellen von Infraschall sind:

  • Verkehr: Autos, LKW, Bahn, Flugzeuge, Hubschrauber
  • Nutzgeräte: Waschmaschinen, Heizungen, Pumpen
  • Bauwerke: Tunnel, Brücken, Hochhäuser

Auch Windräder gehören zu künstlichen Quellen an Infraschall, bei Vorbeistreichen des Rotorblatts am Turm kann dieser entstehen[1].

Ist Infraschall schädlich?

Die Wirkung von Infraschall auf den Menschen ist hinreichend untersucht. Störungen des Wohlbefindens können bei hohen Pegeln auftreten, bei noch höheren Pegel können auch Schädigungen auftreten. Es ist erforscht, das ca. 2,5% der Bevölkerung etwa 12 dB empfindlicher wahrnehmen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Deshalb sollten die nach heutigen Stand des Wissens bekannte Pegel, die zur Beeinträchtigungen des Wohlbefindens führen können (120 dB), vorsorglich um 12 dB reduziert werden, um auch die Belästigung oder Gefährdung sensibler Personen auszuschließen[1].

 

Derartig hohe Schalldruckpegel werden bei WEA bei weitem nicht erreicht. Bei der in der TA Lärm vorgeschriebener Mindestentfernung von mindestens 500 m zu Wohngebieten ist keine Belästigung, Beeinträchtigung oder Gefährdung von Personen zu befürchten[1].

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