Tierwelt und Konfliktpotential

Take care - nature
Take care - nature

Die Naturschutzverbände bekennen sich zu einem naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien auf mindestens 40 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland bis 2020, wozu die Windenergie ungefähr die Hälfte beitragen muss. Das entspricht mindestens einer Verdoppelung gegenüber der in 2011 erzeugten Menge an Windstrom[1][2][3].

 

Sowohl an Land als auch auf See sind die Belange des Naturschutz zu berücksichtigen. Im Norden und Nordwesten Deutschlands sollte das Repowering von alten, leistungsschwachen Anlagen im Vordergrund stehen. In den östlichen Bundesländern, müssen vor weiteren Flächenausweisungen die Bedingungen des jeweiligen Landschafts- und Naturraums sorgfältig geprüft werden, um die Konflikte mit dem Naturschutz nicht zu verschärfen. Dies gilt vor allem dort, wo der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung bereits 50 Prozent oder mehr beträgt[3].

 

In Mittel- und Süddeutschland hingegen gibt es für die Ausweisung von geeigneten Standorten für die Windenergienutzung noch reichlich Spielraum[3]. Anforderungen der Naturschutzverbände speziell zu Windkraft im Wald siehe: Windkraft im Wald.

 

Entscheidend für die Naturverträglichkeit von Windenergieanlagen ist der Standort. Der Konfliktschwerpunkt liegt aus Sicht des Naturschutzes bei den Gefahren durch Windkraftanlagen für Vogel- und Fledermausarten[1][2][3].

Waldbewohnende Vogelarten

Waldkauz
Waldkauz

Der Wald stellt etwa für die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Vogelarten den mehr oder weniger bevorzugten Lebensraum dar, ein Drittel davon sind echte Waldvögel. Einige, den Wald nutzenden Arten, sind störungsempfindlich und haben großen Raumbedarf. Das sind u.a. waldbewohnende Greifvogel- und Eulenarten, Kolkrabe und andere. Da der Wald ein besonderes Innenklima besitzt und besondere Lebensraumbedingungen aufweist, verbringen die waldtypischen Arten in der Regel ihre Lebenszyklen im Schutz des Waldes. Die waldbewohnende Eulen und Spechte sind meist Stand- bzw. Stand- und Strichvögel. Während der Balz wird ausnahmsweise auch der Luftraum über den Baumkronen genutzt. Waldangrenzende Offenland- bereiche werden bei kurzen Transferflügen bis in Baumkronenhöhe überflogen. Neben den waldbewohnenden Vogelarten gibt es auch solche, die im Wald nisten und zur Nahrungssuche Offenlandbiotope aufsuchen. Dazu gehören insbesondere der Rotmilan sowie Uhu. Zugvögel wie z.B. die Kraniche und Wildgänse überfliegen auch Waldflächen[1].

 

Fazit: Generell erscheint ein Kollisionsrisiko für die meisten bei uns vorkommenden Vogelarten gering. Es gibt allerdings  windkraftempfindliche Vogelarten, zu denen eine nähere Betrachtung notwendig ist.
mehr:
Vogelarten.

Fledermäuse und Wald

Fledermaus
Fledermaus

Bei Fledermäusen gibt es eine beeindruckende Artenvielfalt und ein beeindruckendes Wirkungsgefüge. Bei der Vielfalt an Arten und Verhaltensweisen kann für bestimmte Fledermausarten, für die der Wald eine besondere Bedeutung hat, zum besseren Verständnis grob folgende Unterscheidung genannt werden[1]:

  • Arten wie z.B. Bechstein- oder Mopsfledermaus nutzen das besondere Waldinnenklima um Beute vom Boden und an der Vegetation aufzunehmen. Sie nutzen Baumhöhlen und Stammrisse als Quartiere und leben überwiegend im Wald.
  • Arten wie z.B. das Große Mausohr nutzen vor allem große Dachräume als Wochenstubenquartiere und neben Wäldern auch andere strukturreiche Lebensräume als Nahrungshabitat.
  • Arten wir z.B. der Große Abendsegler, Rauhautfledermaus,  Zwergfledermaus, Nord- und Breitflügelfledermaus und Zweifarbfledermaus jagen im offenen Luftraum oder an Strukturen, wie Baumreihen und Waldrändern. Daher jagen diese Arten in Wäldern meist nur, wenn es dort Offenflächen, wie Zusammenbruch-, Windwurf- oder Waldbrandflächen bzw. Schlagfluren gibt. Der Große Abendsegler hat seine Quartiere überwiegend in Baumhöhlen und pendelt aus dem Wald in das Offenland, während der Kleine Abendsegler auch Mauerspalten an Gebäuden und die Zwergfledermaus überwiegend Gebäudespalten nutzt. Diese Arten sind damit meist in der Agrarlandschaft anzutreffen.


Der von Fledermäusen am intensivsten genutzte Teilbereich des Waldes ist der Waldrand. Dort sind Arten wie z.B. Rauhaut- und Zwergfledermaus 50 bis 100mal aktiver als im geschlossenen Waldbestand. Dagegen sind Arten wie die Bechsteinfledermaus oder Mopsfledermaus zwar insgesamt weniger aktiv, aber im geschlossenen Nadelwaldbestand immerhin noch halb so häufig wie am Waldrand[1].

Konfliktrisiko an Windenergieanlagen

Waldbewohnende Vogelarten haben nach dem aktuellen Kenntnisstand im Allgemeinen keine besondere Empfindlichkeit gegenüber Windenergieanlagen, da ihre Lebenszyklen innerhalb von Wäldern oder nur in geringer Höhe über dem Kronenbereich der Wälder ablaufen[1].

 

Zugvögel: Anders als im Offen- und Feuchtland gibt es im Wald keine großen Sammel- oder Zwischenrast- bzw. Mauserplätze für tausende Individuen einer Art, so dass auch dieses Schutzerfordernis entfällt. Der großräumige Breitfronten-Vogelzug, aber auch der Schmalfrontenzug auf einer Breite von 250 bis 300 km, ist durch Windenergieanlagen nicht berührt. Die üblichen Flughöhen, insbesondere nachts ziehender Arten, liegen oberhalb des Wirkbereichs auch hoher moderner Anlagen. Einzelne niedrig ziehende Vogelarten wie die Goldhähnchen ziehen knapp über dem Baumkronenbereich, also unterhalb der Wirkzone von Windenergieanlagen. Die anfänglich befürchteten Massenkollisionen ziehender Vögel an Windenergieanlagen bei schlechten Wetterbedingungen mit sehr schlechter Sicht, wie sie u.a. von Freileitungen, Funkmasten mit roter Nachtkennzeichnung sowie von weiß beleuchteten Brücken und Gebäuden bekannt sind, konnten an Windenergieanlagen an Land, auch an solchen mit roter Nachtkennzeichnung, bisher nicht festgestellt werden[1].

Fledermäuse: Das Wissen über Kollisionsrisiken und Scheuchwirkungen an Windenergieanlagen ist in der Zwischenzeit deutlich differenzierter, da zunehmend Untersuchungen für oder an Windenergieanlagen in Wäldern durchgeführt werden. Das Kollisionsrisiko für Fledermäuse ist offensichtlich sehr stark auf die Phase nach Aufgabe der Wochenstuben und des Beginns der Herbstwanderung beschränkt. Daraus ergeben sich keine besonderen Risiken für waldbewohnende oder waldnutzende Fledermausarten durch Windenergieanlagen in Wäldern[1].

60m Abstand: Kronendach - untere Rotorkante

Eine Windenergieanlage in Niederhausen könnte nach heutigem Stand der Technik eine Nabenhöhe von 149m haben. Bei einem Rotordurchmessern von 115m verbleibt ein freier Luftraum von 91 m über Grund und von mindestens 61 m über den Baumwipfeln. Bei solchen Höhen wirken sich Verwirbelungen in Folge von Gehölzen nicht oder kaum noch auf den Ertrag der Windenergieanlage aus[1][2].

 

Damit ist der Wirkbereich der rotierenden Flügel[1][2]

  • weit höher als der Aktionsbereich der den Wipfelraum nutzenden waldbewohnenden Vogelarten
  • weit tiefer als die beim Vogelzug genutzten Höhen
Wipfelraum

Fotos v-o-n-u.: 

  • Take care - nature: © Gerd Altmann / pixelio.de
  • Waldkauz: © Claudia und Jean-Pierre Seitz / pixelio.de
  • Fledermaus: © filorosso.eu - Manfred Gerber / pixelio.de

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