Flächenbedarf, Boden, Geologie

Wie viel Fläche im Wald für den Bau und Betrieb von Windrädern benötigt wird und welche Eingriffe im Wald dazu notwendig sind, hängt von mehreren Faktoren ab.

 

Theoretisch ist im günstigsten Fall keine Rodung von Bäumen erforderlich - wenn z.B. vorhandene Windbruch-flächen und vorhandene Waldwege genutzt werden können.

 

Um einen Einblick zu geben, welchen Flächenbedarf bzw. Platzbedarf Bau und Betrieb von Windenergieanlagen in Wald haben finden Sie hier:

  • ein Beispiel mit klassischer und mit platzsparender Aufbauvariante
  • ergänzende Betrachtungen zu "Zuwegung" und Stromleitung

In jedem Fall empfiehlt sich eine Waldbegehung. Oft gibt es gut ausgebaute und ausreichend befestigte Waldwege, die bereits für Transporte im Rahmen der Waldbewirtschaftung ausgelegt sind. Diese können für die Verlegung der Stromleitung, als "Zuwegung" für die Transporte zur Baustelle und im günstigen Fall auch für den benötigten Platz zum Bau der Windkraftanlage genutzt werden. Der konkrete Bedarf an Eingriffen kann bei guter Planung also erheblich geringer sein, als die Addition der nachfolgend dargestellten Flächen. Beispiel einer Waldbegehung 26.08.2012

Zu beachten: nur ein Unternehmer, der Windräder bauen will und das Planungsverfahren  mit den zuständigen Stellen durchführt, kann einen Vorschlag zu Standorten vorlegen und die konkreten Flächenbedarfe aufzeigen

Beispiel zur Verdeutlichung der Größenordnung

Als Zusammenfassung für das weiter unten gezeigte Beispiel ergeben sich folgende Zahlen:

  • 350m² versiegelte Fläche pro Windrad
  • 0,2h - 0,4ha dauerhafter Platzbedarf pro Windrad (vgl. Aufbauvariante)

Bezogen auf die Waldfläche von Niederhausen (2.070ha) würde ein Windpark mit 5 Windrädern folgende Fläche benötigen:

  • 0,01% versiegelte Fläche (ca. 0,175 ha)
  • 0,05%-0,1% dauerhafter Platzbedarf (ca. 1-2 ha)

FRlächenbedarf am Beispiel einer WEA Typ E-101

Ein 135m hoher Turm für ein Windrad benötigt ein Fundament mit einem Außendurchmesser von etwa 21m. Die versiegelte Fläche für ein Windrad beträgt in diesem Beispiel ca. 350 m². Als Gesamtbau- und Stellfläche für die Erstmontage bei der in der Vergangenheit üblichen Aufbauvariante würden am Windrad ca. 0,6 ha benötigt, wobei dauerhaft aber nur 0,4 ha pro Windrad freizuhalten sind (Kranstellfläche und Fläche zur Auslegermontage).

 

Sowohl bei Windenergieanlagen als auch beim Aufbau der Anlagen findet technische Weiterentwicklung statt. 

 

Für WEA im Wald in Niedernhausen sollten diese Fortschritte genutzt werden um notwendige Eingriffe in den Wald auf ein Minimum zu reduzieren.


Beispiele:

  • Bei der Einzelblattmontage muss nicht mehr der komplette Rotor am Boden gelagert werden um dann "in einem Stück hochgezogen" werden zu können
  • Die Kletterkrantechnik aus dem Hochbau kommt ohne Fläche zur Montage des Kranauslegers aus womit bis zu 0,2ha dauerhafter Platzbedarf eingespart werden kann
  • Die speziell für das Binnenland entwickelte Enercon E-115 hat geteilte Rotorblätter. Gegenüber einer Enercon E-101, bei der Rotorblätter mit einer Länge von 56m transportiert werden müssen, kommen dadurch erheblich kürzere und leichtere Fahrzeuge zum Einsatz. Dies erlaubt engere Kurvenradien und erfordert geringere Eingriffe im Wald[3].

Beispiel: Aufbau eines Windrads mit Kletterkran

Siehe auch Enercon Windblatt 04/2014[5] sowie Liebherr - 1000 EC-B 125[6].

Ergänzende Betrachtung (Grundlagen)

Durch die Errichtung von Windenergieanlagen wird Boden im unmittelbaren Umfeld der Anlage(n) sowie der notwendigen Infrastruktur betroffen. Die Baugrube einer WEA nimmt  ca. 750 m², das Fundament selbst ca. 350 m² Bodenoberfläche in Anspruch. Für die notwendigen Aufstell-, Lager-, Steuerungs- und Wartungsbereiche wird pro Anlage eine Fläche von 2.000 - 4.000 m² dauerhaft benötigt. Hinzukommen die Zuwegung zur nächstgelegenen öffentlichen Straße sowie kleinere Flächen für die Stromtransportleitungen und deren Nebenanlagen[1].

 

Während die Fundamentfläche vollständig versiegelt wird und damit sämtliche Bodenfunktionen verliert, werden die übrigen Flächen üblicherweise offenporig befestigt, so dass gewisse Bodenfunktionen erhalten bleiben[1]. Allerdings muss die Befestigung für Schwerlastverkehr ausgelegt werden. Dort wo nicht bereits ausreichend befestigte Waldwege und weicher Untergrund vorhanden ist, findet tiefgründiger Bodenaustausch statt[1][4]. Letztlich ist die Tragfähigkeit und der Aufbau der Zuwegungen mit dem Bodengutachter abzustimmen. Waldwege, die bereits für die Waldbewirtschaftung genutzt werden, genügen oft schon den Anforderungen (Beispiel E-101, Anforderung: 12t Achslast). Bei bindigen Böden werden üblicherweise Geotextil oder Geogitter eingesetzt, um eine bessere Lastverteilung auf den Untergrund der Zuwegung zu erreichen[4].

 

Die Gründungstiefe für die Windenergieanlage selbst hängt von der Standsicherheit des anstehenden Bodens sowie den Ansprüchen der geplanten Anlage ab[1].

 

Weitere negative Veränderungen durch Verschmutzungen oder sonstige Stoffeinträge sind von Bau und Betrieb der Windenergieanlagen nur in unbedeutendem Maß zu erwarten[1].

Besuchen Sie uns auf

foeren.de


Pro Windkraft Niedernhausen

Do

24

Mär

2016

Infraschall - neue Messergebnisse

Neue Messergebnisse zu Infraschall bei Windkraftanlagen und anderen Quellen

mehr lesen

Sa

19

Dez

2015

Wir fusionieren mit Fören e.V.

Mitgliederversammlung beschließt den Zusammenschluss mit Fören e.V.

mehr lesen

Do

10

Dez

2015

Windkraft in Wiesbaden

Verwaltungsgericht weist Klage ab

mehr lesen

So

06

Dez

2015

Klimagipfel in Paris

Presse zu Klimagipfel in Paris

mehr lesen

Do

26

Nov

2015

Ausstieg aus der Braunkohle

Spektakuläre Wende: Bundesregierung erwägt, noch in der laufenden Legislaturperiode den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung zu organisieren

mehr lesen

Di

24

Nov

2015

Preise müssen ökologische Wahrheit sagen

CO2-Steuer, Ökosteuer: was man heute tun kann, um die Dynamik des Raubbaus zu bremsen

mehr lesen

Mo

23

Nov

2015

Wiesbaden: Windkraft Pläne ausgelegt

Genehmigungsantrag inkl. Unterlagen zum geplanten Windpark auf der Hohen Wurzel sind von 23.11.2015 bis 22.12.2015 in Wiesbaden und 16 Nachbarkommunen ausgelegt

mehr lesen

Fr

20

Nov

2015

Deutsche Klimaziele in Gefahr

So schaffen wir das nicht! Mit der aktuellen Politik wird Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen, zeigt die Expertenkommission der Bundesregierung.

mehr lesen

Fr

13

Nov

2015

Teure Braunkohle

Braunkohle in Deutschland verursacht 15 Milliarden Euro Kosten für die Allgemeinheit alleine im Jahr 2015

mehr lesen

Do

12

Nov

2015

Keine Kohle für Kohle

Divestment: erste deutsche Kommune zieht Kapital aus klimaschädlichen Unternehmen ab

mehr lesen

Mi

11

Nov

2015

IEA fordert CO2 Steuer

IEA warnt bei der Vorstellung des "World Energy Outlook 2015" vor zu niedrigen Ölpreisen, fordert eine CO2-Besteuerung und den Abbau von fossilen Subventionen

mehr lesen

Di

10

Nov

2015

Aufrüttelnde Meldungen von WMO und Weltbank zu Klimawandel

CO2 Konzentration steigt auf Rekordwert, 100 Millionen mehr Arme bis 2030 durch Klimawandel, Politiker warnen vor neuen Flüchtlingsstrom

mehr lesen

Di

10

Nov

2015

Fossiles System vor dem Kippen?

Die renommierten Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und Ottmar Edenhofer äußern sich zur Frage, ob mit dem Klimagipfel in Paris ein Durchbruch erzielt werden kann

mehr lesen

Sa

07

Nov

2015

Braunkohle als "Klimareserve"

8 Braunkohlekraftwerke vor ihrer Stilllegung 4 Jahre als Reservekraftwerke zu nutzen - was bringt Gabriel´s "Gürtel zum Hosenträger"?

mehr lesen
Suchfunktion powered by Google benutzerdefinierte Suche