Eckdaten: Windkraft in Niedernhausen

Windkraftnutzung in Niedernhausen bietet hohen Nutzen bei geringen ökologischen Kosten. Hier liegt das größte Potenzial, dem CO2 Ausstoß, der in unserer Gemeinde verursacht wird, etwas entgegenzusetzen. Konkrete Standorte, bei denen Mensch, Natur und Tiere durch eine potenzielle Windenergienutzung sehr gering bis gar nicht belastet werden sind vorhanden.

Als Beispiel wurden 3 Windrädern im Bereich Zieglerkopf und alternativ im Bereich Nickel mit jeweils 2,5 MW Nennleistung, Rotordurchmesser 115m und einer Nabenhöhe von 149m näher betrachtet:

Nutzen von 1 Windrad pro Jahr

  • 6,5 Mio. kWh Stromerzeugung
  • Strom für 5000 Menschen
  • CO₂-Einsparung von 2 Windrädern entspricht der Fähigkeit des gesamten Waldes in Niedernhausen (2.070 ha) CO₂ neu zu speichern

Nutzen (3 Windräder)

  • ca. 20 Millionen kWh Stromerzeugung pro Jahr - das entspricht dem Jahresstromverbrauch aller Privathaushalte Niedernhausens
  • ca. 15000 Tonnen CO₂ Einsparung pro Jahr

Ökologische Kosten (3 Windräder)

  • 1,2 ha dauerhafter Platzbedarf im Wald (0,06% der Waldfläche von Niedernhausen)
  • Rodung von 1,2 ha Wald und Fundamente für 3 Windräder würde ca. 112 Tonnen CO₂ freisetzen

CO2 Einsparung duch Windkraft in Niedernhausen vs. CO2 Freisetzung bzw. CO2 Ausstoß

  • 300.000 Tonnen beträgt die CO₂-Einsparung von 3 Windräder in 20 Betriebsjahren
  •        112 Tonnen CO₂ werden für den Bau von 3 Windrädern im Wald freigesetzt
  •        109 Tonnen CO₂ nimmt der Wald als CO₂ Senke in 20 Jahren weniger auf

Der Verlust an CO₂ Wirkung des Waldes durch den Eingriff im Wald für Bau und Betrieb von 3 Windrädern über 20 Jahre beträgt also nur 0,07% des Nutzens, d.h. der CO2-Einsparung durch Windräder (Nutzen der Windräder ist also um Faktor 1.400 größer). Durch Ausgleichmaßnahmen (z.B. Anpflanzung von Wald auf anderer Fläche) kann dies noch weiter verbessert werden.

Keine Beeinträchtigungen, Risiken gering

  • keine Beeinträchtigungen durch Lärm, Schattenwurf, Infraschall
  • keine Beeinträchtigungen für Wildtiere
  • weitgehend keine Risiken für Vogelarten
  • empfohlene Maßnahmen für Rotmilan um Risiken vorzubeugen
  • keine signifikanten Unfallgefahren (z.B. durch Blitzschlag, Brand, Eiswurf oder ähnliches)
  • keine landschaftszerschneidende Wirkung[3] (Eingriffe für Windkraftanlagen sind punktuell und nicht zu vergleichen mit Verkehrswegen oder Trassen für Hochspannungsleitungen)

Berechnungsgrundlagen, Randbedingungen

  1. Vorrangflächen gemäß Karte des RP Darmstadt (Standorte, [1])
  2. durchschnittlichen Windgeschwindigkeit: 6,0 - 6,2 m/s[1][2]
  3. Es wird von den - eher konservativen - Ergebnissen des TÜV Süd zur Windpotenzialkarte ausgegangen.
  4. Aussagen zum Zusammenhang von mittlerer Windgeschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit seitens renommierter Unternehmen geben Vergütung, Laufzeit sowie Volllaststunden als Maß für die Effizienz einer Windenergieanlage an; Beispiel: lt. DEWI war Stand der Technik 2002 ein wirtschaftlicher Betrieb von Windenergieanlagen ab einer mittleren Windgeschwindigkeit von 5,4 m/s, 2000 Vollaststunden, Laufzeit von 20 Jahren bei EEG Vergütung 2002 möglich[7]
  5. im Entwurf des Landesentwicklungsplan hat Hessen eine Mindest- windgeschwindigkeit von 5,75 m/s genannt, um die Suchräume in Hessen auf die wirtschaftlich günstigen Standorte zu lenken[3]
  6. durch technischen Fortschritt konnten Hersteller von Windenergieanlagen im Jahr 2012 den zu erwartenden Energieertrag im Binnenland deutlich steigern (Beispiel: Enercon E-115 in Niedernhausen mit 2600 Volllaststunden)[4], Wirtschaftlichkeit
  7. Niedernhausen hat 15140 Einwohner (Quelle: Gemeinde Niedernhausen, veröffentlicht Oktober 2013)
  8. der Stromverbrauch Niedernhausens wurde anteilig auf Basis des Energiekonzept Rheingau-Taunus errechnet[5]
  9. der durchschnittliche Stromverbrauch bei Privathaushalten beträgt pro Person auf Basis des Energiekonzept Rheingau-Taunus[5] ca. 1.300 kWh pro Jahr, das Stromportal "Stromvergleich.de"[8] geht im Bundesdurchschnitt 2012 von 1.770 kWh Stromverbrauch pro Jahr aus
  10. Einsparungen von CO₂-Emissionen können mittels BWE CO₂ Rechner ermittelt werden, Grundlage sind Basisdaten des Bundesumweltamtes[6]
  11. Deutschland ist zu 1/3 mit Wald bedeckt, d.h. hat insgesamt 11,4 Mio. ha Waldfläche. Insgesamt sind im deutschen Wald etwa 2 Milliarden Tonnen CO₂ gespeichert (2012). Dies setzt sich aus ca. 1,1 Mio. Tonnen CO₂ in lebenden Bäumen und in Totholz sowie ca. 0,9 Mio. Tonnen CO₂ im Waldboden und der Streuauflagen zusammen. Pro Hektar sind etwa 150 Tonnen CO₂ in der ober- und unterirdischen Biomasse (ohne Streuauflage und Mineralboden) gespeichert.[10]
    Davon zu unterscheiden ist die Fähigkeit des Waldes, als Kohlenstoffsenke zu wirken, d.h. kontinuierlich CO₂ zusätzlich aus der Atmosphäre zu entziehen und zu speichern. Der Wald in Deutschland kann derzeit jährlich etwa 52 Mio. Tonnen CO₂ jährlich neu speichern (d.h. durchschnittlich 4,6 Tonnen CO₂ pro ha).[10]
    In Niedernhausen mit 2.070 ha Wald wären in Summe umgerechnet etwa 366.000 Tonnen CO₂ in der ober- und unterirdischen Biomasse gespeichert während etwa 9.400 Tonnen CO₂ jährlich neu gespeichert werden können.
    Für den Bau eines Windrads ist mit 0,4ha dauerhaftem Platzbedarf im Wald sowie 350qm für das Fundament zu rechnen (siehe Platzbedarf). Dies entspricht pro Windrad einer potentiellen Freisetzung von 35 Tonnen CO₂ in der oberirdischen Biomasse zuzüglich 2,4 Tonnen CO₂ die im Boden gespeichert sind.
    Für den Bau von 3 Windrädern in Niederhausen würden demnach insgesamt etwa 112 Tonnen CO₂ freigesetzt - sofern die komplette Fläche von 1,2ha zu roden wäre. Der Verlust von 1,2ha würde etwa 5,5 Tonnen CO₂ entsprechen, die jährlich weniger der Atmosphäre entzogen würde - sofern keine Ausgleichsmaßnahmen stattfinden.