Atomkraft Nein Danke

Atomkraft Nein Danke

Atomkraft ist

  • nicht sicher
  • nicht umweltverträglich
  • unwirtschaftlich

Mit großer Zustimmung der Bevölkerung wurde 2011 der Atomausstieg in Deutschland beschlossen, 93% Prozent der Bevölkerung halten den Wechsel zu Erneuerbaren Energien für wichtig[1]. Die Energiewende stärkt Deutschlands Vorbildfunktion und Einfluss, um auch das Risiko aus der Atomkraftnutzung weltweit zu reduzieren. Weltweit erzeugt Kernenergie heute nur 5,5% der Primärenergie. Ein Rückgang auf 2-3% bis 2050 erscheint schon aus folgenden 3 Gründen plausibel[11]:

  • zu teuer, zu riskant: Investoren werden sich ohne umfangreiche Subventionen der öffentlichen Hand einschließlich Übernahme der Folgekosten (Unfälle, Entsorgung) nicht an neuen Kernkraftwerken beteiligen
  • anfällig für Terrorangriffe
  • unbedeutend: bis 2025 müssten etwa 250 neue Reaktorn in Betrieb gehen, nur um die alten auszugleichen, die planmäßig stillgelegt werden
    Die meisten AKWs sind alt. Am 1.1.2012 waren weltweit offiziell 429 Atomreaktoren in Betrieb (Japan: havarierte Reaktoren eingerechnet, die anderen stillgelegten Reaktoren offiziell "in Betrieb"). Etwa 30% dieser Reaktoren waren im Zeitraum 1968 - 1981 in Betrieb gegangen, weitere knapp 50% zwischen 1982 - 1991. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Europa nur 2 Reaktoren in Betrieb genommen (Finnland, Frankreich), jeweils mit 4 Jahren Verspätung und doppelt so hohen Baukosten wie geplant.
Barack Obama und Ursula Sladek

100 gute Gründe gegen Atomkraft wurde von den ElektrizitätsWerke Schönau mit Umweltschutzverbänden und Nicht-Regierungsorganisationen  erstellt und bietet einen breiten Überblick zum Thema[2]. Die Entwicklung der ElektrizitätsWerke Schönau[3][10], von einer Bürgerinitative gegen Atomkraft zum Ökostromanbieter mit mehr als 135.000 Kunden in ganz Deutschland, ist eines der erfolgreichen Beispiel für Energiewende. Im Rahmen einer der vielen Auszeichnungen[4], der Verleihung des "Goldman Environmental Prize" im April 2011, wurde auch Ursula Sladek, Geschäftsführerin EWS Schönau, von Präsident Barack Obama im Oval Office des Weißen Hauses empfangen. Dabei übergab sie ihm die "100 guten Gründe gegen Atomkraft".

 

Im Folgenden konzentrieren wir uns ergänzend auf folgende 3 Themen:

  • Atomkraft = Risiko für unsere Gesundheit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Atommüll

Deutschland: Katastrophenschutz unzureichend, Umgang mit Umweltrisiken: politischer Diskurs

Drei Jahre hat die Deutsche Strahlenschutzkommission nach der Fukushima Katastrophe gebraucht um ihre neue Empfehlung für den Notfallschutz in der Umgebung von Kernkraftwerken vorzulegen. Die Eingreifrichtwerte für Evakuierungen sind viel zu hoch. 

  • Im Umkreis von bis zu 20 km: sofortige Evakuierung
  • 20 km bis zu 100 km: bei einer radioaktive Belastung von 100 Millisievert (mSv) innerhalb von 7 Tagen hat die Bevölkerung ein „Anrecht auf Evakuierung“

Zum Vergleich:

  • In Fukushima lag die Grenze für Evakuierungen bei 20 mSv.
  • In Tschernobyl wurde bei einem Eingreifrichtwert von 10 mSv evakuiert.
    Bei 5 mSv bestand ein Anrecht auf dauerhafte Umsiedelung.

Die Folgen eines Super-GAUs in Deutschland wären immens:

  • Studie des Öko-Institut (2007): je nach Wettersituation könnte Evakuierung bis in eine Entfernung von etwa 600 km und mit einer Breite von bis zu 50 km erforderlich werden
  • Bundesamt für Strahlenschutz („Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke“ (April 2012): mit „Umsiedlungen“ in 100 bis 170 km Entfernung vom Unfallort ist zu rechnen
  • Das Umweltbundesamt entzieht sich der Berechnung von Umweltkosten für Atomunfälle (Damokles - Risiko), dokumentiert aber die Begründung[16]:
    • Bandbreiten der unterschiedlichen Bewertung von Katastrophenrisiken. Beispiel: "externe Kosten" aus Kernkraftrisiken lt. ExternE Studie 0,2  Cent/kWh während die Mehrheit der Enquete-Kommission Nachhaltige Energieversorgung (2002) von bis zu 200 Cent/kWh ausgeht
    • Die Schätzungen der Schäden eines Kernschmelzunfalls in Deutschland variieren von 500 Milliarden Euro bis 5 Billionen Euro, die geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten liegen zwischen 1: 33.000 und 1: 10.000.000

Zitat: "Die vermuteten Schadenskosten lassen sich daher zwar in ihrer Bandbreite darstellen, bilden aber nach derzeitigem Wissensstand keine ausreichende Grundlage, um damit Entscheidungen zu begründen. Entscheidungen über den Umgang mit solchen Katastrophenrisiken müssen letztlich in einem gesellschaftlichen und politischen Diskurs gefällt werden."

 

mehr: IPPNW: Deutsche Strahlenschutzkommission ignoriert Folgen von Tschernobyl für den Katastrophenschutz

Atomkraft = Risiko für unsere Gesundheit

Restrisiko

Das Restrisiko von Kernkraftwerken wurde in der Vergangenheit um Faktor 200 unterschätzt[5].

 

IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung / Friedensnobelpreisträger) setzen sich seit Jahrzehnten gegen Atomkrieg und Atomkraft und für die Opfer der Nuklearkatastrophen ein. Die drastischen Folgen aufgrund der Strahlung aus den Atomkatastrohen von Tschernobyl und Fukushima wurde und wird von IPPNW erforscht, nachvollzogen und veröffentlicht:

27 Jahre nach Tschernobyl[6][7]:

  • Schilddrüsenkrebs und Leukämie ab dem vierten Jahr nach der Katastrophe
  • 1,6 Millionen Menschen gestorben
  • Hunderttausende sind schwer krank
  • Neugeborenensterblichkeit ist erhöht
  • angeborene Fehlbildungen nehmen mit jeder Generation zu

2 Jahre nach Fukushima[8]:

  • Schilddrüsenzysten und -knoten sind bei über 35% der Kinder in der Präfektur Fukushima nachgewiesen
  • Schilddrüsenkrebs ab 2014/15 zu befürchten, Leukämie etwas später
  • Im Dezember 2011, neun Monate nach der Katastrophe, war in Japan die Säuglingssterblichkeit erhöht, die Geburtenzahlen gingen deutlich zurück
  • auf Basis von WHO Daten sind 22.000 - 66.000 Krebserkrankungen zu erwarten, laut IPPNW liegt das Spektrum zwischen 20.000 bis 120.000 Krebserkrankungen

Radioaktive Strahlung entsteht beim Zerfall von Atomkernen und ist spezifisch für den jeweilige Stoff (Radionuklid). Das Abklingen der Strahlung kann je Stoff im Bereich von Sekundenbruchteilen bis hin zu Trillionen Jahren liegen. Für Menschen ist die Strahlung ab einer bestimmten Dosis gefährlich und nicht wahrnehmbar.

 

Belastungen in Deutschland aus der Tschernobyl Katastrophe sind nach wie vor vorhanden. Information, z.B. zu Wild, Pilzen, usw.  findet man auf der IPPNW Seite "Tschernobyl Folgen"[7] und beim Umweltinstitut München[9].

Atomstrom = unwirtschaftlich

staatliche Förderung von 1970 bis 2012 im Bereich der Stromerzeugung

Atomenergie erhielt bislang mehr Fördermittel aus Steuergeldern als alle anderen Energieträger (siehe nebenstehende Grafik).

 

Die Haftung der Energiekonzerne für einen Atomunfall ist begrenzt, für einen Super-GAU gibt es keine Versicherung. Zur Orientierung: für die Fukushima Katastrophe wurden die direkten Kosten auf 120 Milliarden Dollar geschätzt.

 

Die Deutschen Bürger tragen Risiken, Lasten und Kosten für

  1. Reaktorunfälle in Deutschland 
  2. atomare Endlagerung mit sicherer Verwahrung des deutschen Atommülls für mehrere hunderttausend Jahre
  3. Reaktorunfälle im Ausland - entsprechend der Notwendigkeiten

 

Beispiel: Europa und auch der deutsche Steuerzahler wird für Tschernobyl-Sarkophag zur Kasse gebeten: Tagesschau.de (19.04.2011): Internationale Geberkonferenz in Kiew / mehr als eine halbe Milliarde Euro für Tschernobyl

Wer glaubt, dass damit die Bedrohung, Risiken und finanziellen Beteiligungen zur Bewältigung der Tschernobyl Folgen für Deutschland erledigt sind, irrt.

  • der Sarkophag, für dessen Bau im Jahre 1986 sehr viele Menschen (Liquidatoren) eingesetzt wurden und Gesundheit oder gar ihr Leben opferten, war als Provisorium für höchstens 15 Jahre gedacht und ist heute marode: fr-online.de, 24. April 2013: Tschernobyl „Einsturz nicht auszuschließen“.
  • in der Welt vom Januar 2013 wird der Status zum neuen Sarkophag vorgestellt Der neuen 29.000-Tonnen-Sarg für Tschernoby. Man rechnet derzeit mit einer Fertigstellung frühestens 2016 und Kosten von ca, 1,8 Milliarden €. Größter Geldgeber soll nun die EU sein. Wie die Ukraine ihren Beitrag leisten soll, sei offen.

Atommüll - St. Florian Politik

Aus den Augen aus dem Sinn, nicht vor meiner Haustür, spätere Generationen werden doch wohl Fortschritte in der Forschung erzielen und dann das Problem lösen, ...

Radioaktivität verschwindet nicht einfach. Kurzfristiges Aussitzen und der Verantwortung ausweichen vergrößert das Problem. Atomruinen sind zu sichern und Atommüll ist für hunderttausende von Jahren sicher zu verwahren.

 

Am Beispiel der Tschernobyl Katastrophe sieht man die Folgen der Atomkraft, das zaudernde und Überforderung signalisierende Handeln der Zuständigen sowie Verzögerungen aufgrund "Geldmangel". Was geschehen wird, wenn der jetzige Sarkophag, der nur als Zwischenlösung bis 2001 gedacht war, einstürzt bevor das neue Bauwerk fertiggestellt ist, mag man sich nicht vorstellen müssen. Auch der neue Sarkophag wird nur 50 bis 100 Jahre eine einigermaßen sichere Hülle bieten können. Klar ist bereits heute: unsere Enkel bzw. Urenkel haben das Tschernobyl-Problem erneut auf dem Tisch.

 

Wer meint, das wohlhabende Hochtechnologieland Japan bekäme die Fukushima Katastrophe besser in den Griff, sollte sich folgendes anschauen: Tepco vor Entsorgungsproblem: Wohin mit dem verstrahlten Wasser?

Dabei geht es noch nicht einmal um eine mittelfristige Sicherung der Atomruinen sondern "nur" um das dringende Problem, der  Unmengen an verseuchtem Wasser, das kontinuierlich zunimmt. Sie haben in Fukushima den Wasserkreislauf nicht im Griff, Grundwasser "dringt ein", die Tanks die das verstrahlte Wasser bisher aufnehmen sind zu 80% voll. Jetzt fragen sie die Fischer von Fukushima, ob sie denn nicht das Wasser ins Meer entsorgen können ...

 

Sieht es denn bei uns besser aus?

Wir haben nach wie vor kein Endlager für Atommüll ! 


Endlager: Am 9. April 2013 teilte die Politik einen Konsens zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll mit (mehr: tagesschau 9.4.2013). Bis Ende 2015 soll eine Kommission über Kriterien beraten. Die Politik möchte die Atomkonzerne an den Kosten von 2 Milliarden € für diese Endlagersuche beteiligen - diese lehnen dies ab. Die eigentliche Entscheidung, wo das Lager hinkommt, soll dann bis 2031 fallen. Zwischenzeitlich werden 26 Castor Behälter mit Atommüll aus Frankreich und Großbritannien zurückkommen. Schockierend ist, dass die Bundesländer bzw. Politiker, die sich in der Vergangenheit für Atomkraftnutzung eingesetzt haben, sich nun gegen die Aufnahme dieses Atommülls in ihrem Bundesland wehren.

 

Asse: Wohin diese Denkweise und dieses Verhalten bereits geführt hat, ist am Beispiel des Atommülllagers Asse abzulesen. Das angeblich Jahrtausende lang sichere ehemalige Salzbergwerk "säuft nach nur 20 Jahren schon ab". Um eine großräumige Verseuchung des Grundwassers zu vermeiden, muss der Müll wieder geborgen werden. Man spricht von Kosten in Höhe von 4 Milliarden Euro - zu Lasten der Steuerzahler.

 

Atommüll vor Europas Küsten: mehr als 100.000 Tonnen radioaktiver Abfälle aus Deutschland und anderen Ländern Europas, die in Atommüllfässern auf dem Meeresgrund vor Europa liegen, ist vergessen und verdrängt. Nun sind Fässer bereits verrostet und undicht. Radioaktive Stoffe treten aus und finden sich in der Nahrungskette wieder. Andere Fässer sind noch unversehrt und müssten dringend geborgen werden bevor auch dieser Atommüll in die Biospähre entweicht. Seit 1995 ist es weltweit verboten, Atommüll von Schiffen aus ins Meer zu kippen. Es ist aber immer noch erlaubt, radioaktives Abwasser von Land aus ins Meer einzuleiten. Und dies geschieht bis heute in den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield. Dort wird weiterhin jeden Tag flüssiger Atommüll in die Irische See und in den Ärmelkanal gepumpt.

Folgende Dokumentation von Arte, gesendet am 25.4.2013, gibt zu diesem verdrängten Problem Informationen.

Foto "Barack Obama und Ursula Sladek": © ElektrizitätsWerke Schönau Vertriebs GmbH

Bild "Restrisiko": © Gerd Altmann / pixelio.de

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