Weltklimabericht

Der Weltklimarat IPCC hat in 2013/2014 den neuen Weltklimabericht veröffentlicht. Dieser "Fünfte Sachstandsbericht" gliedert sich in folgende Teilberichte

  • naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels
  • Folgen des Klimawandels und
  • Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels

Der Abschlussbericht bzw. Synthesebericht wurde am 2. November 2014 veröffentlicht.

Originalquelle: IPCC.ch

Deutsche Koordinierungsstelle: de-IPCC

Die Kernbotschaften des Syntheseberichts wurden auf 3 Seiten vom Bundesumweltministerium (BMUB), vom Bundesforschungsministerium (BMBF), dem Umweltbundesamt (UBA) und der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle (De-IPCC) zusammengefasst:
Kernbotschaften des Berichts


Hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige Stichpunkte zu den Kernbotschaften des Synthesebericht:

Beobachteter Klimawandel:
  • die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig
  • Hauptursache ist menschliche Einfluss seit Mitte des 20. Jahrhunderts (äußerst wahrscheinlich)
  • die bereits heute eingetreten Klimaänderungen haben weitverbreite Auswirkungen auf Mensch und Natur (u.a. Erwärmung von Atmosphäre und Ozeane, Rückgang von Schnee- und Eismengen, Anstieg des Meeresspiegel)
  • seit ca. 1950 wurden Veränderungen vieler extremer Wetter- und Klimaereignisse beobachtet (u.a. Rückgang von kalten Temperaturextremen, Zunahme von heißen Temperaturextremen, extrem hohen Meeresspiegelständen sowie der Häufigkeit von extremen Niederschlägen in einigen Regionen)

Ursachen des Klimawandels

  • Der von Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen ist äußerst wahrscheinlich die Hauptursache der beobachteten Erwärmung. Anthropogene Treibhausgasemissionen - weitgehend durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum verursacht - sind seit der vorindustriellen Zeit angestiegen und befinden sich gegenwärtig auf dem absolut höchsten Stand (Werte von Kohlendioxid, Methan und Lachgas die in mindestens in den letzten 800 000 Jahren noch nie vorgekommen sind). Dies führte zu einer Aufnahme von Energie in das Klimasystem. Davon wurde in den vergangenen 40 Jahren mehr als 90 % durch die Ozeane gespeichert, so dass diese erwärmt wurden.


Folgen des Klimawandels

  • In den letzten Jahrzehnten haben Klimaänderungen vielfältige und weitverbreitete Folgen für natürliche und menschliche Systeme auf allen Kontinenten und in den Ozeanen gehabt. Einige einzigartige und empfindliche Ökosysteme, z.B. in der Arktis oder Warmwasser-Korallenriffe, sind schon heute vom Klimawandel bedroht. Die geographische Verbreitung von Arten und ihre Interaktion untereinander haben sich verändert. Die Erträge von Weizen und Mais werden überwiegend negativ beeinflusst. In vielen Regionen haben geänderte Niederschläge oder Schnee- und Eisschmelzen die Wasserressourcen beeinträchtigt.


Risiken und Folgen zukünftigen Klimawandels

  • Anhaltende Treibhausgasemissionen werden eine weitere Erwärmung und langfristige Veränderungen in allen Komponenten des Klimasystems bewirken. Schnellerer und stärkerer Klimawandel beschränkt die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen und erhöht die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende, tiefgreifende und irreversible Folgen für Menschen, Arten und Ökosysteme. Anhaltende hohe Emissionen würden zu meist negativen Folgen für Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen und wirtschaftliche Entwicklung führen und die Risiken für Lebensgrundlagen, Ernährungssicherung und menschliche Sicherheit erhöhen. Meeresspiegelanstieg und viele andere Aspekte des Klimawandels und seiner Folgen werden über Jahrhunderte bestehen bleiben, selbst falls anthropogene Treibhausgasemissionen gestoppt werden.


Minderungs- und Anpassungsoptionen

  • Massive Einschnitte der Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten können die Risiken im 21. Jahrhundert und danach wesentlich verringern, die Effektivität von Anpassungsmaßnahmen verbessern, die Kosten und Herausforderungen von Minderungsmaßnahmen langfristig reduzieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
  • Ohne zusätzliche Treibhausgasminderung, die über die heute bereits ergriffenen Maßnahmen hinausgehen, wird die Erwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts weltweit zu einem hohen bis sehr hohen Risiko durch schwere, weitverbreitete und irreversible Klimafolgen führen, selbst wenn Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden.
  • Optionen zur Minderung von Treibhausgasemissionen sind in allen relevanten Sektoren verfügbar. Klimaschutz kann mit einem integrierten Ansatz kosteneffizienter sein, wenn Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der Treibhausgasintensität der Endverbrauchssektoren, eine Dekarbonisierung der Energieversorgung, eine Reduktion der Netto-Emissionen und eine Stärkung der Kohlenstoffsenken landgebundener Sektoren kombiniert werden.
  • Verschiedene Optionen sind verfügbar, mit denen die Erwärmung auf 2 °C wahrscheinlich beschränkt werden kann. Die jetzigen Minderungspläne sind dazu nicht ausreichend. In den von IPCC untersuchten Szenarien ist zur wahrscheinlichen Einhaltung der 2 °C Obergrenze eine Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen in allen Sektoren bis zum Jahr 2050 von 40 % bis 70 % gegenüber dem Jahr 2010 notwendig und Emissionen nahe null bzw. darunter im Jahr 2100. Diese Szenarien beinhalten sowohl zügigere Verbesserungen der Energieeffizienz als auch eine Verdreifachung bis annähernd Vervierfachung des Anteils kohlenstofffreier und kohlenstoffarmer Energieversorgung durch Erneuerbare Energien, Atomenergie und fossile Energie gekoppelt mit Kohlenstoffabtrennung und -speicherung (CCS) bzw. Bioenergie mit CCS (BECCS) bis zum Jahr 2050. Die globalen CO2-Emissionen aus dem Energieversorgungssektor würden in der nächsten Dekade abnehmen und zwischen 2040 und 2070 um 90 % oder mehr unter das Niveau von 2010 sinken.


Als weiteren Einstieg in das Thema finden Sie hier ein 9 Minuten Video von IPCC zu den wissenschaftlichen Grundlagen, einen Überblick zur IPCC Organisation sowie kurze Aussagen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) aus den Zusammenfassungen zu den 3 Teilberichten. Die komplette Zusammenfassung wurde vom BMU, BMBF, IPCC Koordinierungsstelle und Umweltbundesamt erstellt (siehe links). Zusätzlich wird auf Artikel im Blogportal von "Spektrum der Wissenschaft (SciLogs)" verwiesen.
mehr:BMU: Fünfter Sachstandsbericht des IPCC

 

Teilbericht 1: Wissenschaftliche Grundlagen

  • Der Bericht bestätigt eindeutig, dass sich das Klima gegenwärtig ändert und dass dies auf menschlichen Einflüssen beruht.
  • Belege für den aktuellen Klimawandel und seine Ursachen sind noch umfassender und sicherer als im vorigen Bericht von 2007, Abschätzungen der zukünftigen Entwicklung sind sehr viel fundierter.
  • Im gesamten Klimasystem finden seit Mitte des letzten Jahrhunderts vielfältige Veränderungen statt. In dieser Form sind viele dieser Veränderungen in den zurückliegenden Jahrzehnten bis Jahrtausenden noch nie aufgetreten.
    • die Temperatur der unteren Atmosphäre steigt
    • die Ozeane erwärmen sich
    • Gletscher tauen
    • Permafrostböden werden wärmer
    • Eisschilde verlieren an Masse
    • der Meeresspiegel steigt weiter an
  • Die Aktivitäten des Menschen sind mit großer Sicherheit (>95%) die Hauptursache des aktuellen Klimawandels. Natürliche Faktoren wie Schwankungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche haben auf die langfristige Erwärmung gegenwärtig nur einen geringen Einfluss.
  • Hauptursache der Erwärmung ist die Freisetzung von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlendioxid. Dessen Konzentration ist in der Atmosphäre heute so hoch, wie noch nie zuvor in den zurückliegenden 800 000 Jahren.
  • Ein ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen könnte das Klimasystem derart verändern, wie dies in den vergangenen hunderttausenden Jahren nicht vorgekommen ist. Vielfältige und deutliche Veränderungen wären zu erwarten, wie etwa bei
    • Niederschlägen
    • Eis und Schnee
    • einigen Extremwetterereignissen
    • Meeresspiegelanstieg
    • Versauerung der Ozeane
  • Alle Regionen der Erde wären betroffen. Bisher beobachtete Veränderungen würden verstärkt. Viele der Änderungen im Klimasystem blieben über Jahrhunderte bestehen, auch wenn keine Treibhausgase mehr freigesetzt würden.
  • Soll die globale Erwärmung auf einem bestimmten Niveau begrenzt werden, so sind dafür erhebliche Minderungen der Treibhausgasemissionen notwendig.
  • Erstmalig wird ein Grenzwert für den Gesamteintrag von CO2 in die Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung quantifiziert, bei dessen Überschreiten die Einhaltung bestimmter Temperaturobergrenzen, wie z. B. der 2 °C-Obergrenze, schwierig würde: Bei CO2-Emissionen von bis zu etwa 1000 Gigatonnen Kohlenstoff könnte die 2 °C-Obergrenze mit mehr als 66 % Wahrscheinlichkeit eingehalten werden. Wegen des zusätzlichen Effekts von weiteren Treibhausgasen müssten die weltweiten CO2-Emissionen allerdings noch deutlich unter dieser Marke liegen.

mehr: de-IPCC: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger
mehr:
BMU: Kernbotschaften Teilbericht 1

mehr: SciLogs: Der neue IPCC-Klimabericht

 

Weltklimarat

Mitte des 20. Jahrhunderts stellten Forscher vermehrt Anzeichen dafür fest, dass sich die Atmosphäre erwärmt und dass menschliche Aktivitäten eine Ursache dafür sein könnten. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründeten daraufhin 1988 den IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), im deutschen oft auch Weltklimarat genannt. Ziel war es zu klären, welche Gefährdung von der Erderwärmung ausgeht und ob gehandelt werden muss. Der IPCC ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen und bewerten anhand anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel.

Arbeitsweise: Der IPCC betreibt selbst keine Forschung, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen. Er prüft und fasst diese Ergebnisse in so genannten Sachstandsberichten zusammen, den IPCC Assessment Reports. Die Berichte des IPCC werden in Arbeitsgruppen erstellt und vom Plenum akzeptiert. Jeder beteiligte Forscher kann in drei aufeinanderfolgenden Versionen Kommentare, Kritik und Vorschläge einbringen. Hunderte von Forschern haben dies getan; unabhängige Review Editors achten darauf, ob die Endfassung alles angemessen berücksichtigt. Im abschließendem Plenum ist Einstimmigkeit für jeden einzelnen Satz erforderlich - ein enormer Aufwand der dem IPCC viel Kritik einbrachte. Schlussendlich sind aber alle Aussagen die Eingang im Sachstandbericht finden im Konsens von Wissenschaft und den Deligierten der Regierungen erarbeitet.

Der IPCC bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben.

 

Der IPCC ist ein wissenschaftliches Gremium und gleichzeitig ein zwischenstaatlicher Ausschuss. Der Sitz des Rates ist Genf. Ihm gehören an:

  • Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die ehrenamtlich zur Arbeit des IPCC als Autoren und Gutachter beitragen. Für jeden Bericht werden neue Autorenteams zusammengestellt.
  • Regierungen von Staaten, die Mitglieder der Vereinten Nationen oder der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sind. Zurzeit sind 195 Länder Mitglied des IPCC.
  • Beobachter von knapp 100 akkreditierten internationalen Organisationen sowie aus der Zivilgesellschaft.

Jede Regierung hat eine nationale Kontaktstelle benannt. Das Bundesumweltministerium (BMU) ist die nationale Kontaktstelle Deutschlands. Das BMU und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) richteten 1998 die IPCC-Koordinierungsstelle am Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn ein. Sie ist Ansprechpartner für Bundesregierung, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien bei Fragen zum IPCC.

mehr: BMU: Klimaschutz im Überblick

mehr: IPCC-Koordinierungsstelle


Teilbericht 2: Folgen des Klimawandels

  • Die Folgen des Klimawandels sind schon heute in den Ökosystemen aller Kontinente und der Ozeane, aber auch in Gesellschaft und Wirtschaft zu beobachten.
  • Ein globaler Temperaturanstieg um 4°C und mehr gegenüber vorindustriellem Niveau würde sehr hohe Risiken für Menschen und Ökosysteme sowie unvermeidbare Schäden mit sich bringen.
  • Verstärkt sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten weiter,
    • nimmt Hitzestress zu
    • Extremereignisse werden voraussichtlich häufiger und führen zu stärkeren negativen Folgen für Gesellschaften und Ökosysteme,
    • es steigt die Gefahr von abrupten, unumkehrbaren Klimaänderungen mit sehr hohem Risiko (Kipppunkte)
  • Risiken für Menschen bestehen durch die Beeinträchtigung von Dienstleistungen der Natur z.B. durch
    • Extremtemperaturen,
    • Dürreperioden,
    • Überflutungen,
    • Ozeanerwärmung und -versauerung

sowie den daraus resultierenden Verlusten an Biodiversität und Produktivität von Ökosystemen und Landwirtschaft

sowie durch Schäden an Infrastrukturen und Landverluste z.B. durch Meeresspiegelanstieg.

  • Zunehmender Klimawandel verlangsamt das Wirtschaftswachstum, gefährdet die Ernährungssicherheit, verschärft soziale Ungleichheiten und birgt damit die Gefahr gewaltsamer Konflikte und verstärkter Migrationsbewegungen.
  • Anpassungsmaßnahmen werden zunehmend in Politikprozesse und das Risikomanagement von Unternehmen integriert. Angesichts des zu erwartenden Klimawandels reichen die gegenwärtigen Anpassungsmaßnahmen jedoch nicht aus, und die Kenntnisse über ihre Erfolgsbedingungen und Hemmnisse sind noch unzureichend.
  • Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zu seiner Minderung können Risiken effektiv reduzieren. Werden Minderungs- mit Anpassungsmaßnahmen gekoppelt und berücksichtigen sie gleichzeitig nicht-klimatische Faktoren (z.B. Urbanisierung, demografische Entwicklung), kön-nen Chancen für eine nachhaltige Entwicklung am besten genutzt werden.

mehr: BMU: Kernbotschaften Teilbericht 2

mehr: SciLogs: Wirkungen des Klimawandels – Teil 2 des neuen Berichtes vom IPCC

mehr: de-IPCC: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (englisch)

Teilbericht 3: Minderung des Klimawandels

Zusammenfassung:

  • Trotz Klimaschutzanstrengungen sind die weltweiten Treibhausgas-Emissionen (THG) durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum mit zunehmender Geschwindigkeit angestiegen. Sie erreichten in dieser Dekade einen Höchststand.
  • Die Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze ist möglich. Damit verbunden ist ein tiefgreifender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Verzögerung weiterer globaler Maßnahmen zum Klimaschutz erschwert zunehmend die Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze, reduziert die Handlungsmöglichkeiten und steigert die künftigen Klimaschutzkosten erheblich. Je weniger die Emissionen bis 2030 reduziert wurden, desto schneller müssen die Emissionen zwischen 2030 und 2050 sinken.
  • Klimaschutzmaßnahmen im Energiesektor, der größten Emissionsquelle von Treibhausgasen, müssten auf eine vollständige Dekarbonisierung zielen.
  • Auf Verbraucherseite stehen Energieeinsparungen sowie der Einsatz kohlenstoffarmer Energieträger im Vordergrund.
  • Weitere wichtige Minderungsoptionen bestehen in der Industrie, im Gebäude- und Transportbereich sowie in der Landnutzung.
  • Eine klimafreundliche Stadtentwicklung sowie vorausschauende Infrastrukturmaßnahmen können zusätzlich Emissionen vermeiden.
  • Durch Verhaltensänderungen können technologische und strukturelle Klimaschutzmaßnahmen ergänzt werden.
  • Das Klima ist ein globales Allgemeingut, daher kann weltweiter Klimaschutz nur durch internationale Kooperation erreicht werden. Ergänzende Politikmaßnahmen bis hin zur lokalen Ebene spielen eine zentrale Rolle, um die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise zu befördern.

Beobachtete Treibhausgas- und CO2-Emissionen:

  • größte Quellen der weltweiten Treibhausgas-Emissionen 2010:
    • Energiesektor (global 35%)
    • Land- und Forstwirtschaft und andere Landnutzungen (24%)
    • Industrie, Transport und Gebäude (jeweils 21%, 14% und 6%)
  • größte Anteile an weltweiten THG-Emissionen
    • Kohlendioxid (76%)
    • Methan (16%)
    • Lachgas (ca. 6%)
    • fluorierten Kohlenwasserstoffen (2%)
  • 2010 erreichten die weltweiten jährlichen THG-Emissionen einen Höchststand von 49 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalenten
  • Der jährliche Ausstoß ist seit 2000 um rund 10 Mrd. Tonnen CO2.Äquivalenten gestiegen. Der Emissionszuwachs ist vor allem auf die globale Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen. Erreichte Emissionsminderungen wurden durch diesen Zuwachs übertroffen.
  • 2010 waren 10 Länder für 70% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Der Großteil des Emissionszuwachses in den vergangen 10 Jahren hat aufgrund von Verschiebungen der globalen Wirtschaftszentren in die Entwicklungs- und Schwellenländern stattgefunden. Die CO2-Emissionen dieser Länder entstehen bei der Herstellung von Produkten, die zum Teil in Industrieländern konsumiert werden.
  • Pro-Kopf-Emissionen sind in einkommensstarken Ländern etwa zehnmal so groß wie in einkommensschwachen Ländern (durchschnittlich 13 Tonnen bzw. 1,4 Tonnen CO2-Äquivaltene pro Kopf und Jahr).

Maßnahmen Energiesektor (vollständige Maßnahmen auf Sektorenebene: siehe link zu BMU)

  • Ohne Klimaschutzmaßnahmen werden sich Emissionen im Energiesektor bis 2050 verdoppeln, wenn nicht verdreifachen.
  • sektor-übergreifenden Vermeidungsansätze sind  kosteneffizienter und wirkungsvoller als rein sektorale oder technologiespezifische Ansätze:
    • vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung und
    • Reduktion des Endenergieverbrauchs und
    • Wechsel zu kohlenstoffarmen Kraftstoffen
  • Die CO2-Emissionen aus dem Energiesektor müssen 2040 bis 2070 um 90% gegenüber 2010 gesunken sein und auch danach weiter sinken. Zusätzlich: Erhöhung der Energieeffizienz und Verhaltensänderungen.
  • Erneuerbare Energieträger haben sich hinsichtlich Leistung und Wirtschaftlichkeit substanziell weiterentwickelt und sind für die zukünftige kohlenstoffarme Energieversorgung unverzichtbar.
  • Der Ersatz von Kohlekraftwerken durch moderne Gaskraftwerke oder die Kraft-Wärme-Kopplung können kurzfristig THG-Emissionen vermindern.
  • Bioenergie kann eine zentrale Rolle bei der Minderung von THG-Emissionen einnehmen, wenn eine effektive globale Landnutzungsplanung die Umwandlung von kohlenstoffreichen Ökosystemen verhindert und weltweit klimafreundliche, nachhaltige Land- und Forstwirtschaftsmethoden zur Anwendung kommen. Hinsichtlich der Nebenwirkungen und Risiken besteht ein hohes Maß an Unsicherheit.
  • Um bei einer verzögerten Klimaschutzpolitik ambitionierte Klimaziele noch erreichen zu können, müsste der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen werden. Dies könnte durch großskalige Aufforstung oder durch Kombination von Bioenergie mit CO2- Abscheidung und -Speicherung geschehen. Generell gilt, dass solche und andere Maßnahmen noch nicht einsatzbereit und/oder mit unterschiedlichen Nebenwirkungen und Risiken behaftet sind.

Anmerkung: in den Kernbotschaften von BMU, BMBF, de.IPCC und UBA sind Aussagen zu Kernkraft und CCS Technologie aus der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (international) nicht übernommen worden. Es ist anzunehmen, dass die hohen Risiken und Nebenwirkungen für Deutschland nicht akzeptabel erscheinen, der Atomausstieg beschlossen ist und mit der Energiewende ein Konzept bereits umgesetzt wird, das ohne diese Risiken und Nebenwirkungen auskommt.

mehr: BMU: Kernbotschaften Teilbericht 3

mehr: SciLog: Die Vermeidung des Klimawandels – der dritte Teil des neuen Berichtes des Weltklimarates IPCC

mehr: de-IPCC: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (englisch)

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