Klimawandel

Der natürliche Treibhauseffekt hat unserer Erde überhaupt erst bewohnbar gemacht und sorgte seit mehreren Tausend Jahren für ein stabiles Klima. Besonders wichtig sind Treibhausgase in gut regulierten Kreisläufen der Natur. Im globalen Kohlestoffkreislauf findet ständig ein Austausch von CO₂ statt (Atmosphäre mit Ozeanen, Wäldern und Böden).

Video © 2009 Lebensministerium Bayern


In den letzten hundert Jahren lässt sich aber ein zusätzlicher, durch die Menschen verursachter Treibhauseffekt feststellen, der die Ursache des aktuellen Klimawandels ist. Die Folgen sind bereits heute spürbar und werden stark zunehmen. Seit Beginn der Industrialisierung werden in großem Stil fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas verbrannt, die in Jahrmillionen entstanden waren. Große Mengen an CO₂ sind so in wenigen Jahrzehnten zusätzlich in die Atmosphäre geblasen worden.

 

Dazu kommt die industrielle Landwirtschaft und Massentierhaltung. Dadurch entsteht eine zusätzliche Belastung der Atmosphäre mit großen Mengen an Treibhausgasen wie

  • Kohlendioxid (CO₂)
  • Methan (CH4)
  • Lachgas (N2O)

 

Ab einem kritischen Punkt kann sich der Klimawandel selbst verstärken - mit dramatischen Folgen für die Ökosysteme und die Menschheit. Werden kritische Schwellen im Klimasystem, sogenannte Kipp-Punkte, überschritten, können bereits weitere kleine Änderungen bewirken, dass sich das Klima stark ändert. In einem Hintergrundpapier beschreibt das Umweltbundesamt 13 mögliche Kipp-Punkte im Klimasystem und die damit verbundenen Prozesse,  Risiken und Unsicherheiten der Bewertung sowie Handlungsempfehlungen:

mehr:  Umweltbundesamt: Kipp-Punkte im Klimasystem (Juli 2008)

3 Zitate aus dem Dokument:

  • "Der Mensch macht mit dem anhaltenden Ausstoß von Treibhausgasen ein globales Experiment mit der Lufthülle seines Planeten, von dem er nicht genau weiß, wie es ausgehen wird."
  • "Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand können drastische Klimaänderungen verhindert werden, wenn es gelingt, den Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen."
  • "Um das 2°C Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% zu erreichen, müssen die Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre bei 400 ppmv (das heißt, 400 Kohlendioxid-Moleküle auf eine Million Luftmoleküle) Kohlendioxid-Äquivalenten stabilisiert werden."

 

Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Jeder kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und beginnen seinen Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise auf Nachhaltigkeit umstellen. Welche Anregungen  wir dazu zusammengestellt haben finden Sie unter:

 

Was tun?

 

An weiteren Informationen haben wir folgendes zusammengestellt:

- Energie

- Landwirtschaft

- Forstwirtschaft (in Vorbereitung)

- Grundlagen und Klimawandelleugner

- CO2 Emissionen - Deutschland und EU

Energie

Energie

© OCDE/AIE, 2013 International Energy Agency (IEA)
© OCDE/AIE, 2013 International Energy Agency (IEA)

Die Internationale Energieagentur (IEA) stellt fest[1]:

  • der Energiesektor ist für zwei Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich, da über 80% des weltweiten Energieverbrauchs aus fossilen Quellen gedeckt werden
  • das Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2°C zu begrenzen, kann mit dem bisherigen Kurs nicht erreicht werden
  • bei einem "weiter so" ist von einem langfristigen durchschnittlichen Temperaturanstieg zwischen 3,6 °C und 5,3 °C auszugehen
  • die weltweiten Treibhausgasemissionen steigen rasant  an, die CO₂‐Konzentration hat im Mai 2013 erstmals seit mehreren hunderttausend Jahren 400 Teile von einer Million (ppm) überschritten
  • die meisten wissenschaftlichen Analysen deuten darauf hin, dass der Klimawandel bereits begonnen hat
  • wir müssen mit häufigeren und intensiveren meteorologischen Extremereignissen wie Stürmen, Überschwemmungen und Hitzewellen sowie höheren globalen Temperaturen und einem Anstieg des Meeresspiegels rechnen

und fordert vier Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz (4-for-2°C Scenario):

  • Energieeffizienzmaßnahmen
  • Begrenzung des Baus und der Nutzung ineffizienter Kohlekraftwerke
  • Beschleunigung der Einstellung von Subventionen für die Nutzung fossiler Brennstoffe
  • Minimierung der Methan‐Emissionen bei Öl‐ und Gasförderung

Grundlagen und Klimawandelleugner

Grundlagen und Klimawandelleugner

© 2013 Umweltbundesamt
© 2013 Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt hat auf der Seiten Klimaänderungen sowie Treibhauseffekt weitere grundlegende Informationen zum Klimawandel aufbereitet. Dort beantwortet das Umweltbundesamt wichtige und häufig gestellte Fragen zum Klimawandel, wozu auch eine Broschüre "Und sie erwärmt sich doch"[2] verfügbar ist. Im zweiten Teil der Broschüre geht das Umweltbundesamt auf die Lobbyarbeit und fragwürdigen Methoden von Teilen der Industrie in den USA ein. Dabei nennt das Umweltbundesamt auch konkret "Klimawandelleugner" in Deutschland. Zitate:

 

"Das Umweltbundesamt hat ... gezeigt, dass

  • in der Klimawissenschaft ein Konsens über die anthropogene – durch den Menschen verursachte – Klimaerwärmung besteht
  • die Argumente der „Klimawandelskeptiker“ nicht mit diesem Konsens übereinstimmen und wissenschaftlich nicht haltbar sind
  • Teile der Industrie in den USA Kampagnen zur Verbreitung von Zweifeln und Falschinformationen über die Ergebnisse der Klimawissenschaft finanzierten; Das Ziel dabei war, die Öffentlichkeit zu täuschen
  • häufig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fremder Disziplinen und ohne Fachwissen auf dem Gebiet der Klimaforschung mit „klimaskeptischen“ Thesen in der Öffentlichkeit auftreten"

 

und weiter:

  • "Die Menschheit verursacht durch die Emissionen von Treibhausgasen eine Erwärmung des Klimas. Wenn wir mit diesen Emissionen so fortfahren wie bisher, wird sich das Klima innerhalb kurzer Zeit sehr stark ändern und der Zivilisation nicht genug Zeit lassen, sich ausreichend an den Klimawandel anzupassen. Die Folgen der Klimaerwärmung werden noch über Jahrhunderte oder länger spürbar sein."
  • "Mit diesem Wissen haben wir eine große Verantwortung, mit der wir auf bestimmte Weise umgehen können. Wir könnten zum Beispiel hoffen, dass es nicht so schlimm wird und die Klimawissenschaftler irgendetwas übersehen haben. Wir könnten auch die – seit vielen Jahren immer dringender werdenden – Warnungen aus der Klimawissenschaft ignorieren, „Klimawandelskeptikern“und selbsternannten Klimaforschern Glauben schenken und einfach so weitermachen wie bisher."
  • "Der richtige Weg ist jedoch, dieser Verantwortung gerecht zu werden und im Rahmen unserer jeweiligen Möglichkeiten dem Klimawandel zu begegnen. Die dazu notwendigen Schritte und Maßnahmen sind hinlänglich bekannt."

"Packen wir die Herausforderung an, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder ihr Dasein in einer lebenswerten Welt einrichten können."

CO2 Emissionen - Deutschland und EU

CO2-Emissionen - Deutschland und EU

Treibhausgasemissionen Deutschland 1990 - 2012

Deutschland:

  • 80 Prozent aller Treibhausgas- emissionen in Deutschland sind energiebedingt[3]
  • seit 1990 (Basisjahr Kyoto-Protokoll) konnte Deutschland seine Treibhausgasemissionen um mehr als 20 % reduzieren[4]
  • Während der Finanzkrise 2009 und 2010 war ein CO₂-Rückgang (-7,3%) und danach eine CO₂-Zunahme festzustellenvon (+5,4%) [4]
  • 2012 stiegen die CO₂-Emissionen um etwa 2%. Das sind zusätzlich 15,9 Millionen Tonnen CO₂-Ausstoß. Davon gehen 89%, d.h. ca. 14,1 Millionen Tonnen CO₂ auf das Konto der gesteigerten Braun- und Steinkohleverfeuerung[4].
  • Wirtschaftlicher Anreiz dafür ist der nicht funktionierende EU-Emissionshandel, d.h. der Handel von CO₂-Zertifikaten. Ein funktionierendes, wirtschaftliches Modell setzt laut Einschätzung der Experten eine Preis von 30€ bis 40€ pro Tonne CO₂ voraus. Durch politische Rücksichtnahmen war aber ein Überangebot von CO₂-Zertifikaten im Markt entstanden und in der Folge der Preis auf unter 5€ eingebrochen.

EU 2013:

  • Eine Reform des EU-Emissionshandels scheiterte am 16.04.2013 im EU-Parlament.
  • Laut Pressemeldungen war dem eine massive Lobbyschlacht vorausgegangen.
  • Deutschland zeigte sich zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium zerstritten und machte seinen Einfluss in der EU nicht geltend, um den EU-Emissionshandel zu reformieren.
  • Nutznießer sind Teile der Wirtschaft.
  • Verlierer ist das Klima und die Menschen, die die gesundheitlichen Folgewirkungen sowie Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen und die letztendlich in Zukunft  für die wirtschaftlichen Folgeschäden aufkommen müssen (Gesundheitswesen, Schäden aus Klimawandel / -katastrophen, Geo-Engineering, usw..).
    mehr
    (Beispiele): Kohlekraftwerke.

An diesem Desaster zum Klimaschutz der gesamten EU haben die politisch Verantwortlichen in Deutschland demnach einen großen Anteil.

Handlungsbedarf um Ausstoß von CO₂-Gas zu reduzieren

  • 80% der weltweiten CO₂-Emissionen werden von nur 20 Ländern verursacht[6][7].
  • 60% sind verursacht von China, USA, Indien, Russland, Japan, Deutschland[6][7].
  • Der Pro Kopf CO₂-Ausstoß der Schwellenländer ist deutlich geringer als der von Industrieländern, steigt aber deutlich an[6].
  • Klimaschutz wurde 2008/2009 durch die Finanzkrise und in der Folge durch die Eurokrise von der Agenda der Spitzenpolitik verdrängt[6].
  • Steigerungsraten an CO₂-Emissionen war in 2010 dramatisch (+5,9%) und auch 2011 (+3%) und 2012 (+2,6%) ist keine Umkehr in Sicht[6].
  • Vor der Weltklimakonferenz 2012 in Doha wurde die kritische Klima und CO₂ - Situation auf Basis von Studien der IEA und Weltbank deutlich gemacht - insbesondere die Folgen einer Erderwärmung um 4°[8]
  • Um Klimaschutzleistungen der für 90% der CO₂-Emissionen verantwortlichen Staaten zu vergleichen, hat die deutsche Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch den Klimaschutzindex entwickelt und veröffentlicht seit 2005 jährlich die Ergebnisse[9] (der Index umfasst: Emissionen gesamt, Emissionen pro Kopf, Klimapolitik des Landes): Deutschland, der ehemalige Klimaschutzmusterknabe, fällt in der Bewertung immer mehr hinter andere Staaten zurück. Im Klimaschutzindex 2014 fiel Deutschland erstmals aus den Top 10 heraus und landete auf dem unrühmlichen 19. Platz.
  • Generell ist zu beachten, dass CO₂-Emissionen dargestellt werden, die auf dem Staatsgebiet erfolgen. Würde den konsumierenden Ländern wie Deutschland die CO₂-Emissionen aus den Ländern der Produzenten wie z.B. China zugeordnet, sehen die Zahlen deutlich schlechter aus.

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