Wirtschaftlichkeit der Energieträger im Vergleich

Zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Erneuerbaren Energien im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung (Kohle, Atom, Gas) und auch zur Bewertung untereinander gibt es folgende Aspekte:

  • Förderung der Forschung und Markteinführung
  • Stromgestehungskosten
  • Folgekosten und Risiken

Förderung im Bereich der Stromerzeugung

Alle Energieformen in Deutschland wurden und werden stark gefördert. Nebenstehende Grafik zeigt die Förderkosten für Steinkohle, Braunkohle, Erdgas, Atomenergie und Erneuerbaren[1]. Auch in anderen Ländern wird die Energieversorgung als eine staatliche Aufgabe gesehen und gefördert bzw. subventioniert. Hierbei ist strategisches und geschicktes Handeln der Politik der Schlüssel für eine gute Energieversorgung als Basis für die Entwicklung der eigenen Industrie am Weltmarkt. 

 

Detaillierte Information: FÖS-Studie:

mehr: Factsheet

mehr: Kurzfassung

mehr: Langfassung (09/2012)

Stromgestehungskosten

Das Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE hat die Studie Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien veröffentlicht[2].

Darin werden Stromgestehungskosten (nicht Einspeisvergütung) für einen Strommix aus fossilen und nuklearen Quellen mit Windkraft (onshore), Windkraft (offshore), Photovoltaik und thermischen Solarkraftwerken verglichen. Weiterhin wird eine lernkurvenbasierte Prognose bis ins Jahr 2030 gezeigt.

 

Fazit:

Die Wettbewerbsfähigkeit von Windkraft (onshore) gegenüber konventionellen Kraftwerken ist an guten Windstandorten bereits heute erreicht.

 

Aufgrund steigender Preise für fossile Energieträger und Fortschritt bei Erneuerbaren Energien werden die Erneuerbaren Energien bald geringere Stromgestehungskosten haben als konventionelle Kraftwerke.

Gesamtgesellschaftliche Stromkosten

Umweltschutzverbände weisen nach, dass der international anerkannte Erfolg des Ausbaus von Erneuerbaren Energien auf fast 25% im Jahr 2012, gefördert duch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und die damit verbundene EEG Umlage, nur zum geringen Teil für den Anstieg der Strompreise verantwortlich ist.

 

Um zu verstehen

  • welchen Anteil die EEG Umlage am Strompreis hat
  • wie sich der Strompreis im letzten Jahrzehnt entwickelt hat
  • welche Kosten die Gesellschaft an Förderungen und Subventionen für andere Energieträger wie Atom und Kohle trägt und wie diese Kosten im Vergleich zur Förderung der Erneuerbaren Energien liegt
  • wie die Preisentwicklung bei fossilen Energierohstoffen im letzten Jahrzehnt war und was zukünftig zu erwarten ist

sei auf eine Zusammenfassung dieser Aspekte in den Dokumenten

  • "Erneuerbare Energien als Preistreiber? [3]" von Greenpeace
  • "Was Strom wiklich kostet[4]" von Greenpeace-Energy und BWE

verwiesen.

Unterschiede, Ausnahmen

Im Gegensatz zur Form der Förderung für Kohle- und Atomenergie wurde mit Einführung der Erneuerbaren Energien auch ein zusätzliches Finanzierungsmodell eingeführt. Der Verbraucher sieht, im Gegensatz zur Atom- und Kohlesubvention, nun Kosten in Form von Umlagen auf den Strompreis.

 

Dies betrifft die Förderung der Erneuerbaren Energien, die sich aus der Planung für die Differenz aus der garantierten Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien Anlagen und dem Börsenstrompreis ergibt - mit dem Paradoxon, dass bei fallenden Börsenstrompreisen die EEG Umlage steigt. Dies betrifft auch weitere Kosten wie z. Bsp. den Höchstspannungsnetzausbau und Garantien für den Anschluss von Hochseewindparks. Der Verbraucher zahlt also beides - den Ausbau einer dezentralen Struktur (z.B. dezentralen Solar- und Onshore-Windkraftanlagen) und Infrastrukturkosten und Risiken für eine neue, teure zentralistische Struktur (z.B. Offshore Windparks).

 

Hinzu kommt, dass Industrieverbände mit einem aus ihrer Sicht großen Erfolg die Interessen der Deutschen Wirtschaft mit dem Argument der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt vertreten. Die Bundesregierung hat zum Januar 2012 die Ausnahmeregelungen zum EEG deutlich ausgeweitet. Statt wie früher 10 GWh müssen Unternehmen nur noch einen jährlichen Gesamtverbrauch von mindestens 1 GWh nachweisen um in den Genuss von Ausnaheregel zu kommen. In Deutschland stieg daraufhin die Zahl der Unternehmen, die Nachlässe bei der Ökostrom-Umlage beantragen, ganz erheblich an. Im Jahr 2012 waren 822 Unternehmen von der Umlage befreit. Für das Jahr 2014 haben 2367 Unternehmen (Status Juli 2013), die Ausnahmen von der Zahlung der Umlage beantragt. Dies würde einer begünstigten Strommenge von 119.300 GWh entsprechen[5].

 

Schlussendlich kommt hinzu, dass der Staat auf den Strompreis die volle Mehrwertsteuer erhebt. Je höher der Strompreis desto üppiger fließen die Steuereinnahmen.

Bild Windrad mit Sparschwein: © Thorben Wengert / pixelio.de

Besuchen Sie uns auf

foeren.de


Pro Windkraft Niedernhausen

Do

24

Mär

2016

Infraschall - neue Messergebnisse

Neue Messergebnisse zu Infraschall bei Windkraftanlagen und anderen Quellen

mehr lesen

Sa

19

Dez

2015

Wir fusionieren mit Fören e.V.

Mitgliederversammlung beschließt den Zusammenschluss mit Fören e.V.

mehr lesen

Do

10

Dez

2015

Windkraft in Wiesbaden

Verwaltungsgericht weist Klage ab

mehr lesen

So

06

Dez

2015

Klimagipfel in Paris

Presse zu Klimagipfel in Paris

mehr lesen

Do

26

Nov

2015

Ausstieg aus der Braunkohle

Spektakuläre Wende: Bundesregierung erwägt, noch in der laufenden Legislaturperiode den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung zu organisieren

mehr lesen

Di

24

Nov

2015

Preise müssen ökologische Wahrheit sagen

CO2-Steuer, Ökosteuer: was man heute tun kann, um die Dynamik des Raubbaus zu bremsen

mehr lesen

Mo

23

Nov

2015

Wiesbaden: Windkraft Pläne ausgelegt

Genehmigungsantrag inkl. Unterlagen zum geplanten Windpark auf der Hohen Wurzel sind von 23.11.2015 bis 22.12.2015 in Wiesbaden und 16 Nachbarkommunen ausgelegt

mehr lesen

Fr

20

Nov

2015

Deutsche Klimaziele in Gefahr

So schaffen wir das nicht! Mit der aktuellen Politik wird Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen, zeigt die Expertenkommission der Bundesregierung.

mehr lesen

Fr

13

Nov

2015

Teure Braunkohle

Braunkohle in Deutschland verursacht 15 Milliarden Euro Kosten für die Allgemeinheit alleine im Jahr 2015

mehr lesen

Do

12

Nov

2015

Keine Kohle für Kohle

Divestment: erste deutsche Kommune zieht Kapital aus klimaschädlichen Unternehmen ab

mehr lesen

Mi

11

Nov

2015

IEA fordert CO2 Steuer

IEA warnt bei der Vorstellung des "World Energy Outlook 2015" vor zu niedrigen Ölpreisen, fordert eine CO2-Besteuerung und den Abbau von fossilen Subventionen

mehr lesen

Di

10

Nov

2015

Aufrüttelnde Meldungen von WMO und Weltbank zu Klimawandel

CO2 Konzentration steigt auf Rekordwert, 100 Millionen mehr Arme bis 2030 durch Klimawandel, Politiker warnen vor neuen Flüchtlingsstrom

mehr lesen

Di

10

Nov

2015

Fossiles System vor dem Kippen?

Die renommierten Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und Ottmar Edenhofer äußern sich zur Frage, ob mit dem Klimagipfel in Paris ein Durchbruch erzielt werden kann

mehr lesen

Sa

07

Nov

2015

Braunkohle als "Klimareserve"

8 Braunkohlekraftwerke vor ihrer Stilllegung 4 Jahre als Reservekraftwerke zu nutzen - was bringt Gabriel´s "Gürtel zum Hosenträger"?

mehr lesen
Suchfunktion powered by Google benutzerdefinierte Suche