Informationsveranstaltung Oberjosbach

150 Besucher diskutierten das Thema "Windkraft im Wald" mit Matthias Bergmeier (Hess. Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung), Henner Gonnermann (Förster, BUND) und Vorstandsmitgliedern von Pro Windkraft Niedernhausen (siehe auch NA vom 22.06.2012).


Vorgaben zur Nutzung der Windenergie

Matthias Bergmeier, zuständig im  Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung für die Änderung des Landesentwicklungsplans (Windenergie) erläuterte die Strategie Hessens bei Windenergie und die Vorgaben zur Nutzung der Windenergie.

Sein Vortrag umfasste:

  • Ergebnisse des Hessischen Energiegipfel
  • Status der Energieversorgung in Hessen und des zukünftigen Energiemixes
  • Potentiale der Erneuerbaren Energien
  • mit 28 TWh pro Jahr hat Windenergie das mit Abstand größte Potential
  • Kriterien zur Nutzung der Windenergie und Ankündigung, was im Landesentwicklungsplan stehen wird, der von Juli bis Oktober 2012 öffentlich ausgelegt wird (u.a. 5,75 m/s, 1000 Abstand)
  • Hessen hat einen Bedarf an 4000 Windenergieanlagen
    (Repowering eingerechnet)
  • Umweltprüfung
  • Zulassung nach Bundesimmissionsschutzgesetzt (BImSchG); d.h. es werden u.a. die Themen Lärm, Schattenwurf, Vogelschutz, Standfestigkeit geprüft
  • Kernaussage: Genehmigung zum Bau von Windenergieanlagen muss erteilt werden, wenn alle Kriterien des Landesentwicklungsplans und des Bundesimmissionsschutzgesetztes erfüllt sind
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Landesweite Vorgaben zur Nutzung der Windenergie
© Matthias Bergmeier, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
2012-06-15 Vorgaben Windkraftnutzung.pdf
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Windenergie im Wald

Henner Gonnermann, Forstexperte des BUND in Hessen und pensionierter Forstamtsleiter, berichtete aus der Praxis zu Windenergie im Wald und den Belangen des Natur- und Artenschutzes.

Henner Gonnermann erläuterte, dass seit dem frühen Mittelalter in unserer Region im Wesentlichen die tiefen, warmen Lagen mit ihren tiefgründigen Böden besiedelt und durch Waldrodung der Landwirtschaft zugeführt wurden. Die hohen, windreichen Lagen mit geringen, steinigen Böden und ungünstigerem Klima sind eher dem Wald verblieben. Der Ausbau der Windkraft in unserer Region wird deshalb verstärkt in den Wäldern stattfinden müssen. Der Platzbedarf von Windenergieanlagen sowie Eingriffe im Wald am Beispiel Windpark Hohensolms wurden besprochen.

 

Danach ging Herr Gonnermann auf die Forderungen des BUND zur Windkraftnutzung sowie Belange des Naturschutzes und des Artenschutzes ein. Als Beispiele wurden "Roter Milan" und waldsensible Fledermausarten, die den Bereich des Rotors einer WEA erreichen, besprochen. Ein Beispiel wie mit technischen Maßnahmen eine Gefährdung der Fledermaus weitgehend reduziert werden kann rundete den Vortrag ab.

 

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Windenergie im Wald, Natur- und Artenschutz
© Henner Gonnermann, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
2012-06-16 Windenergie im Wald.pdf
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Fragen und Diskussion