Archiv

In unserem Archiv finden Sie Artikel, Berichte aus der Presse, Newsletter und Berichte zu Veranstaltungen aus unserer Arbeit im Zeitraum 2013 bis 2015.

 

Dies spiegelt die Arbeit von Bürgern in der Zeit zwischen zwei historischen Ereignissen wieder:

  • Atomkatastrophe von Fukushima (2011)
  • Weltklimaabkommen von Paris (Dezember 2015)

2011 war für uns der Aufruf, nicht nur gegen etwas zu sein (gegen Atomkraft, gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Natur) sondern uns in einer Gemeinschaft für eine Wende zum Besseren zu engagieren. Die einzelnen Mitglieder hatten sich, jeder in seiner Weise, bereits für Umweltschutz, für Solarstrom / Solarwärme vom eigenen Dach, für Energieeffizienz, für Wärmedämmung in der eigenen Immobilie oder ähnliches engagiert. Windkraft war aber ein Thema, dass ein Engagement in einer Gemeinschaft für das Gemeinwohl nahelegte.

 

Das Engagement stieß auf Widerstand, wie das leider in vielen Regionen in Deutschland der Fall war. Bedauerlicherweise fand in unserer Region die Kommunalpolitik nicht die Kraft, sich konsequent für Erneuerbare Energien und Klimaschutz zu engagieren. So waren wir gefordert mit Anfeindungen umzugehen und zu lernen.

 

Betrachten wir nun aus heutiger Perspektive unsere Arbeit, so stellen wir fest, dass sie weiterhin relevant und aktuell ist. Jeder kann sie nutzen um daraus zu lernen. Denn leider müssen wir feststellen, dass die Fortschritte zu

  • Bewusstsein zum großen Flop der Atomkraft
  • Bewusstsein zu den dramatischen Folgen des Klimawandel
  • Nachhaltigkeit
  • Klimaschutz
  • Energiewende mit ausgewogenem dezentralem System

schwach sind. Dies gilt für Deutschland. Man schaue nur auf das Ausbremsen des bürgerlichen Engagements beim Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG 2014), das peinliches Scheitern an den Klimaschutzzielen 2020 (Groko3 Koalitionsvertrag 2018). Es gilt aber bedauerlicherweise noch umso mehr, wenn wir selbstkritisch die mangelhaften Fortschritte in unsere Region betrachten.

 

Als kleines Beispiel mag unser Artikel vom Mai 2014 dienen (Atomkosten - was kommt auf uns zu?).

  • Unsere Bereitschaft, Windräder in unserer unmittelbaren Nähe zu akzeptieren (einige wohnen in 1000 Meter Abstand zu den potentiellen Standorten), gründet auf der Erkenntnis, dass Atomkraft und Kohlekraft keine Lösung für ein zukunftsfähiges Energiesystem sind.
  • Umso erstaunter waren wir, dass es Menschen gab, die selbst in 2014 noch Atomkraft wollten und an das Oligopol der großen 4 Atom-/Kohlekonzerne als Heilsbringer glaubten. Man erinnere sich: das Jahr 2014 markiert den Wendepunkt, an dem Strom aus neuen Photovoltaikanlagen günstiger wurde als Strom aus neuen Atomkraftwerken und der Trend verstärkt sich seitdem - PV und Windkraft wird immer günstiger, Atomkraft immer teurer.
  • Heute wissen wir, dass die hunderte von Milliarden, die die Gemeinschaft in die Atomkraft investiert hat, eine drastische Fehlinvestition waren. Man vergleich das nur mit dem kümmerlichen Beitrag zur Stromversorgung über 60 Jahre - der Lebensdauer der Atomstromproduktion in Deutschland.
  • Was der Gesellschaft erhalten bleibt sind Kosten und Atommüll. Betriebswirtschaftlich konsequent handelte mittlerweile das Oligopol und die Politik: der "tote Hund Atomkraft" flog über den Zaun und die Gesellschaft trägt die Folgekosten und -lasten sowie die Sicherheitsrisiken.

Erstaunlich ist, dass das öffentlich kaum diskutiert wird. Zu peinlich ist dieser Diebstahl an unseren Kindern und Enkeln.

Lernt man aber nichts aus diesem Verhalten, so geht es unverändert weiter: am Denken und Handeln in Wirtschaft und Politik hat sich nichts geändert, wie die zögerlichen Maßnahmen zu Klimaschutz und Kohleausstieg beweisen.