Keine Kohle für Kohle

Divestment: erste deutsche Kommune zieht Kapital aus klimaschädlichen Unternehmen ab

© Rolf van Melis / pixelio.de
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Münster in Westfalen zieht als erste deutsche Kommune ihr Kapital aus klimaschädlichen Unternehmen ab und schließt sich damit der weltweiten Divestment-Bewegung an, die über den Kapitalmarkt Druck für einen Ausstieg aus den fossilen Industrien machen will. Münsters Kämmerer muss nun die Aktienpakete verkaufen, die Münster beim Stromkonzern RWE, Enel und OVM hält. Insgesamt geht es um 22,6 Millionen Euro aus den Pensionsfonds der Stadtbeamten. Insgesamt geht es um 22,6 Millionen Euro aus den Pensionsfonds der Stadtbeamten.

 

Dem Beschluss zu den neuen Anlage Richtlinien zufolge sind für Münster nun Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen, die

  • Atomenergie erzeugen oder
  • auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen oder
  • Waffen herstellen oder
  • grüne Gentechnik betreiben oder
  • Kinderarbeit zulassen.

Die Stadträte von SPD, Grünen und Linken stimmten zu. Die Vertretern von CDU, FDP und AfD lehnten die Vorlage ab.

 

In den USA haben der Rockefeller-Brothers-Fund und die Bank of America, in Frankreich die Bank Crédit Agricole einen Ausstieg aus Kohle-Investitionen beziehungsweise fossilen Energien beschlossen. Für die bisher größte Aktien-Umschichtung sorgte die Entscheidung des norwegischen Parlaments von Juni, wonach der dortige staatliche Pensionsfonds seine Beteiligungen an Bergbaufirmen und Stromkonzernen verkaufen muss, deren Kohleanteil am Umsatz bei 30 Prozent oder höher liegt.

 

Die Klimaschutz-Kampagnenorganisation „350.org“ schätzt, dass Investoren weltweit immerhin bereits rund 260 Milliarden US-Dollar aus den fossilen Branchen abgezogen haben oder das tun wollen.

 

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