Windkraft Unfälle im Vergleich

Windkraft hat das niedrigste Unfall- und Schadenrisiko im Vergleich zu Atomkraft und Kohleverstromung

Unfall- und Schadenrisiko: Vergleich Wind-, Kohle und Atomkraft

Fehlerfreie Technik gibt es nicht. Die häufigste Fehler- oder Unfallursache bei Bau, Betrieb und Rückbau von Technik ist aber der Mensch:  menschliches Versagen, Bedienungsfehler, Nichtbeachtung von Unfallverhütungsvorschriften. Wer sich um Unfall- und Schadenrisiken beim Einsatz von Mensch und Technik für die Stromerzeugung sorgt, der sollte

  1. Strom sparen
  2. sich für Windkraft engagieren

Bei Windkraft ist sowohl das Unfall- und Schadenrisiko für die Verantwortlichen als auch das Schadenrisiko für Unbeteiligte graviernd geringer, als dies bei Kohleverstromung oder Atomkraft der Fall ist. Details zu diesem Vergleich finden Sie weiter unten. Auf Unfälle, Arbeitsunfälle und Brandschutz speziell an Windkraftanlagen gehen wir auf folgender Seite ein: Windkraft Unfall Unfälle Brandschutz

Unfall- und Schadenrisiko (Windkraft, Kohlekraft, Atomkraft)

Bewertung Unfall & Schadenrisiko: Wind-, Kohle- und Atomkraft

 

Technische Defekte, die zu einem Unfall mit erheblichem Schaden an einem Kraftwerk führen, sind selten. Etwa 0,02% der in Deutschland installierten Windkraftanlagen waren im Zeitraum von 2011 bis 2014 von Unfällen betroffen, davon 68% Brände und 18% Rotorbruch [siehe auch: Windkraft Unfall Unfälle Brandschutz].
Mitte 2015 sind in Deutschland etwa 25.000 Windkraftanlagen (39 GW), 120 Kohlekraftwerke (53 GW) und 8 Atomkraftwerke (11 GW) in Betrieb [siehe auch Umweltbundesamt: Datenbank "Kraftwerke in Deutschland" ab 100 MW sowie BWE: Statistiken].

Schadenhöhe: Die Schadenhöhe unterscheidet sich bei Windkraft, Kohlekraft und Atomkraft gravierend. Die Größenordnung erreicht im Falle ernster Unfällen bzw. Störfälle bei

  • Windkraftanlagen: unterer, einstelliger Millionenbereich
  • Kohlekraftwerken: zweistelliger Millionenbereich
  • Atomkraftwerken: bis zu einem dreistelligen Millionenbereich

Konkret wurden für  Windkraft im Zeitraum 2011-2014 in Presseberichten Schätzungen zur Schadenhöhe in 13 Fällen veröffentlicht. Dabei ergibt sich ein Mittelwert von 1,3 Mio. € wobei der höchste Schaden mit 3-4 Mio. € berichtet wurde [siehe auch: Windkraft Unfall Unfälle Brandschutz]. Bei Kohlekraft zeigt die Explosion im Kohlekraftwerk Staudinger die Größenordnung eines erhebliche Sachschadens an Kohlekraftwerken. Die von E.ON geschätzte Schadenhöhe wurde mit 25 Mio. € beziffert - zuzüglich den Verlusten für den Betriebsausfall [siehe auch fr-online: Staudinger - Millionenschaden durch Explosion]. Beispiele für die Schadenhöhe aufgrund von Störfällen an Atomkraftwerken in Deutschland sind: 519 Mio. Dollar (Greifswald), 247 Mio. Dollar (Krümmel), 15 Mio. Dollar (Biblis) [siehe auch: tagesschau.de: Schäden durch Atomkraft sowie tagesschau.de: Kosten von Atomunfällen].


Schadenhöhe bei Super GAU: Zusätzlich zu o.g. Schadenhöhe für Störfälle ist das atomare Restrisiko - der Super GAU - zu betrachten. Tschernobyl und Fukushima zeigen, dass die Schadenhöhe bei einem Super-GAU im dreistelligen Milliardenbereich liegt. Für den Super GAU von Tschernobyl berichtet tagesschau.de über eine erwartete Schadenhöhe von 200 Milliarden Dollar während für Fukushima eine Schadenhöhe von 250 - 260 Milliarden Dollar erwartet wird [siehe auch: tagesschau.de: Schäden durch Atomkraft].

 

Versorgungssicherheit: Kohle- und Atomkraft setzen auf eine zentral organisierte Stromversorgung, sprich wenige Kraftwerke mit jeweils hoher Leistung. Bei Störfällen bzw. Unfällen ist der Ausfall eines großen Kraftwerks schwerwiegend, da unmittelbar Ersatz bereitstehen muss um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Windkraft bedeutet dezentrale Stromerzeugung mit vielen, über das Land und Meer verteilten Anlagen mit vergleichsweise kleiner Leistung. Fällt eine Windkraftanlage aufgrund eines Unfalls aus, so fällt dies aus Sicht der Versorgungssicherheit kaum ins Gewicht.

 

Arbeitsunfälle: Generell ist das Risiko für Arbeitsunfälle bei Kraftwerken genauso zu beurteilen wie für andere Industrien auch, wobei die Anlagen über die gesamte Lebensdauer (Bau, Betrieb, Rückbau) zu betrachten sind. Bei Atomkraftwerken sind im Sperrbereich besondere Sicherheitsvorkehrung zum Strahlenschutz zu beachten. Sowohl bei Arbeiten im Sperrbereich als auch beim Rückbau von Atomanlagen ist von höherem Risiko bei Arbeitsunfällen auszugehen, als dies bei konventionellen Kraftwerken der Fall ist. Bei Windkraft Offshore ist das Risiko für Arbeitsunfälle höher als dies bei Windkraft an Land der Fall ist [siehe auch Windkraft Unfall Unfälle Brandschutz].


Schadenrisiko für Unbeteiligte (Windkraft, Kohlekraft, Atomkraft)

Bewertung Schadenrisiko für Unbeteiligte: Wind-, Kohle- und Atomkraft

 

Klimawandel wird mittlerweile als eine der größten Herausforderungen der Menschheit wahrgenommen. “Wir sind nicht die letzte Generation, die den Klimawandel erleben wird, aber wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann” (Barack Obama, 3.8.2015). Papst Franziskus spricht in seiner Enzyklika den vom Menschen verursachten Klimawandel direkt an [Vatikan: Enzyklika Laudato Si']. Der Weltklimarat hatte in 2013/2014 mit dem Weltklimabericht (dem sogenannten fünften Sachstandsbericht) die aktuellen, wissenschaftlich fundierten Fakten dazu veröffentlicht [Weltklimabericht].

Kohlekraftwerke verursachen den größten Anteil an CO2 Emissionen in Deutschland. Im Vergleich verursachen Windkraft und Atomkraft im Betrieb kaum und in der gesamten CO2 Bilanz nur geringe CO2 Emissionen.

 

Gesamtgesellschaftliche Kosten: Bei Kohleverbrennung und Atomkraft hat man in der Vergangenheit (dem Zeitgeist entsprechend - Kinder haften für ihre Eltern), Folgekosten und Umweltkosten ausgeblendet und auf nachfolgende Generationen verschoben. In beiden Fälle wird aktuell erkennbar, welche Lasten nun auf uns zukommen:

  • Klima / Kohleverbrennung: Ein "grüner Klimafonds" soll ab 2020 mit 100 Milliarden US-Dollar jährlich die Entwicklungsländer bei Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen sowie der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen [Klimaretter: Grüner Klimafonds]. CO2 bleibt 120 Jahre in der Atmosphäre, weshalb der Debatte um Gerechtigkeit und den historisch aufgelaufenen CO2-Emissionen pro Land eine hohe Bedeutung zukommt. Deutschland lag im Zeitraum 1900 bis 2002 nach USA, Russland und China auf dem unrühmlichen vierten Platz [timeforchange: cumulative CO2 emissions by country]. Teilt man diese kumulierten CO2-Emissionen durch die Zahl der heute in den entsprechenden Ländern lebenden Menschen, dann kommt man auf etwa 1.000 Tonnen CO2 pro US-Amerikaner, 800 Tonnen pro Deutschem, aber nur 60 Tonnen CO2 pro Chinesen und nur 25 Tonnen pro Inder [Weizsäcker E.U.v. (2010): Faktor 5, Droemer, S.275]. Deutschland wird sich deshalb in den Klimaverhandlungen in finanzieller Hinsicht dem Thema Gerechtigkeit und historischer Verantwortung stellen müssen.
  • Atomkraft: Bei Atomkraft zeigen die aufgelaufenen, hohen Subventionen und die noch anstehen Kosten für die Atommüllentsorgung ein starkes Missverhältnis von Kosten und Nutzen der Atomkraft [Lernen aus Atomkraft]. Die Debatte um den Neubau von Atomkraftwerken in Großbritannien und den irrwitzig hohen Subventionen [tagesschau.de: Subventionen in Milliardenhöhe] sollte mittlerweile zur Erkenntnis in der breiten Öffentlichkeit führen, dass Atomkraft unwirtschaftlich ist [Atomkraft unwirtschaftlich].

 

Elementare Gefahren durch atomares Restrisiko: Solange Atomkraftwerke in Betrieb sind, die Zwischenlager nicht perfekt gegen aktuelle und zukünftig denkbare Bedrohungen gesichert sind und Endlager noch nicht zur Verfügung stehen bzw. noch nicht verschlossen sind, besteht auch bei uns weiterhin die Gefahr von Unfällen oder Anschlägen mit Freisetzung von Radioaktivität:

  • Gefahr durch radioaktive Strahlung, kontaminierte Lebensmittel und Trinkwasser
  • Verlust von Hab und Gut nach Evakuierung

 

Gesundheitsgefährdung, Beeinträchtigung des Wohlbefindens: Im Vergleich von Kohlekraft, Atomkraft und Windkraft zeigen sich deutliche Unterschiede. Einerseits erhebliche Unterschiede in der Schwere der Gesundheitsfolgen. Andererseits sind die Gesundheitsfolgen bei Kohle- und Atomkraft nachgewiesen während im Fall von Infraschall durch Windkraftanlagen bei Einhaltung der 1000m Mindestanstandsregelung keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, dass gesundheitliche Auswirkungen beim Menschen überhaupt verursacht werden. Zudem ist in diesem Fall der Nocebo Effekt sicher relevant (Krank aus Angst vor Infraschall). Gleichwohl bleibt weitere Grundlagenforschung sinnvoll.

  • Kohlekraftwerke gehören zu den schlimmsten Quellen von giftigen Luftschadstoffen. Schwefeldioxid, Stickoxide, Ruß und Staubemissionen aus Kohle sind die größten industriellen Ursachen von Feinstäuben, die tief in die Lungen eindringen und vom Blutkreislauf aufgenommen werden. Dies kann Herzinfarkt, Lungenkrebs, Asthma und andere Komplikationen verursachen. Kohlekraftwerke stoßen zudem giftige Metalle wie Quecksilber, Blei, Arsen und Cadmium aus. Dadurch erhöhen sie das Krebsrisiko und führen zu Entwicklungsstörungen bei Kindern [Kohlekraftwerke machen krank sowie Böll/Kohleatlas: Feiner Staub, großer Schaden].
  • Atomkraft: Zu den gesundheitlichen Folgen der Tschernobyl und Fukushima Katastrophen gibt es einen jahrelangen Disput von offiziellen Stellen (UNSCEAR, WHO) und Nicht-Regierungs-Organisationen wie IPPNW - wobei es um das Ausmaß der Gesundheitsfolgen geht. Dass Krebserkrankungen, Todesfälle aufgrund Krebserkrankungen, Leukämie, Erbgutveränderungen, Fehlbildungen, hormonelle Erkrankungen festgestellt wurden scheint unstrittig. Seitens der Ärzte-Organisation IPPNW gibt es mittlerweile gut ausgearbeitete Dokumente [IPPNW: Basisinfos Gesundheit].
  • Windkraft: Zum Thema Infraschall vertreten Kritiker des Windenergieausbaus die Meinung, dass gesundheitliche Symptome wie beispielsweise Schlafstörungen, Herz- und Kreislaufprobleme, Unruhe, Reizbarkeit, Depressionen und Angstzustände durch Infraschall von Windenergieanlagen ausgelöst werden könnten. Zwischenzeitlich liegen mehrere Meta-Studien (Deutscher Naturschutzring, Umweltbundesamt) vor. Im "Faktenpapier Windenergie und Infraschall" des Bürgerforum Energieland Hessen sind diese Ergebnisse - nach Diskussion unter Beteiligung von Experten und Windkraft-Gegnern - zusammengefasst. Demnach liegen derzeit und nach aktuellem Wissensstand keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, dass von Windenergieanlagen ausgehender Infraschall bei Einhaltung der in Hessen geltenden Mindestabstände von 1.000 m zu Ortslagen zu gesundheitlichen Auswirkungen beim Menschen führt. Gleichwohl empfehlen die Fachleute, die Grundlangenforschung im Bereich des Infraschalls und des tieffrequenten Schalls fortzuführen und dabei beide Phänomene gemeinsam zu betrachten [Fakten zu Infraschall sowie Infraschall].

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