Fakten zu Infraschall

Bürgerforum Energieland Hessen: Faktenpapier Windenergie und Infraschall verfügbar

Im Rahmen des Bürgerforum Energieland Hessen fand am 16.12,2014 ein Expertenhearing zum Thema "Infraschall durch Windenergie" in Wiesbaden statt. Vertreter(innen) eines breit besetzten Panels konnten – stellvertretend für die vielen Interessengruppen aus Hessen - Fachfragen an die Expert(inn)en richten. Die Zusammensetzung des Expertengremiums und des Panels sowie die Inhalte des zugrunde gelegten Fragenkatalogs wurden in Abstimmung mit einer Vielzahl beteiligter Gruppen, u.a. lokalen und regionalen Bürgerinitiativen gegen Windkraft, abgestimmt.

 

Es folgte bis März 2015 eine öffentliche Kommentierungsphase und dann eine Abstimmung der eingegangenen Kommentare und Hinweise mit den Expertinnen und Experten.

 

Fazit der Expert(inn)en:

Nach aktuellem Wissensstand liegen derzeit keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, dass von Windenergieanlagen ausgehender Infraschall bei Einhaltung der in Hessen geltenden Mindestabstände von 1.000 m zu Ortslagen zu gesundheitlichen Auswirkungen beim Menschen führt. Gleichwohl empfehlen die Fachleute, die Grundlangenforschung im Bereich des Infraschalls und des tieffrequenten Schalls fortzuführen und dabei beide Phänomene gemeinsam zu betrachten.

 

Das Papier gibt neben fachlichen Grundlagen zum Infraschall (Definition, Quellen, Ausbreitung und Messung sowie Wahrnehmung und Wirkung auf den Menschen) Antworten auf wichtige Fragen:

  • Wieviel Infraschall geht von Windenergieanlagen aus?
  • Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat Infraschall von Windenergieanlagen?
  • Wie sehen die derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu Infraschall und Windenergieanlagen aus?

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Aktuell durchgeführte Messungen zeigen, dass der Infraschall, der von betriebenen Windenergieanlagen ausgeht, bereits deutlich vor dem Erreichen der in Hessen geltenden Mindestabstände zu Ortslagen weit unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegt.
  • Es liegen insgesamt keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber vor, dass von Windenergieanlagen ausgehender Infraschall bei Einhaltung der in Hessen geltenden Mindestabstände zu gesundheitlichen Auswirkungen führen kann.
  • Es existiert eine Vielzahl unterschiedlich starker, natürlicher und anthropogener Infraschallquellen (z.B. Meeresrauschen, Gewitter, Wärmepumpen, Kraftfahrzeuge oder Windenergieanlagen). Infraschall kann bei hohen Schalldruckpegeln oberhalb der Wahrnehmungsschwelle grundsätzlich negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Es wird daher empfohlen, die Grundlagenforschung im Bereich des Infraschalls und des tieffrequenten Schalls fortzusetzen bzw. zu verstärken.
  • Die aktuelle Rechtsprechung und Genehmigungspraxis orientiert sich an derzeit gesicherten Erkenntnissen und sieht keinen Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Sollte es in Zukunft zu einer Weiterentwicklung des Rechtsrahmens kommen, wird empfohlen, eine gemeinsame Betrachtung von Infraschall und tieffrequentem Schall anzustreben. Auch bei der Ausgestaltung der Grundlagenforschung sollten beide Phänomene gemeinsam untersucht werden.

mehr: www.energieland.hessen.de: Faktenpapier Infraschall