Atom-Entsorgung wird noch viel teurer

Rückbau der deutschen Atomkraftwerke und die Entsorgung des Atommülls könnten 50 - 70 Mrd. € kosten und 150 Jahre dauern

Die Kosten der Atommüll-Entsorgung in Deutschland drohen deutlich höher auszufallen als bisher veranschlagt.

 

Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Endlagerkommission des Bundestages, Michael Müller (SPD), könnten sie in den nächsten Jahrzehnten auf 50 bis 70 Milliarden Euro ansteigen. Die Rückstellungen der vier Stromkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, die diese für den Abriss der Atomkraftwerke sowie Zwischen- und Endlagerung gebildet haben, betragen derzei aber nur 38 Milliarden.

 

Ein Arbeitspapier der Kommission zeigt inzwischen einen möglichen Zeitablauf:

  • Der Beginn der der neuen Endlagersuche soll 2018 sein.
  • Die endgültige Festlegung eines Endlager-Standortes 2031.
    Die Realisierungschancen dafür seien aber unklar, heißt es in dem Papier.
  • Die Inbetriebnahme des Lagers sei frühestens 2045/2050 denkbar.
  • Die Einlagerungsprozedur wird nach Schätzung der Experten 30 bis 80 Jahre dauern.
  • Das Ende der Einlagerung des Atommülls erwarten die Experten
    zwischen 2075 und 2130.
  • Den Zustand eines verschlossenen Endlagerbergwerks zwischen 2095 und 2170 oder später.

 

Gegenüber früheren Planungen bedeutet das eine erhebliche Verzögerung. Die Atomexperten weisen darauf hin, dass das Probleme für die Zwischenlagerung der Castoren bringt, in denen abgebrannte Brennelemente und Glaskokillen mit anderen stark strahlenden Abfälle geparkt sind. Die bisherigen Lager – zwölf an AKW-Standorten plus je eines in Gorleben (Niedersachsen), Ahaus, Jülich (beide NRW) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) – sind nur für 40 Jahre genehmigt. Die Genehmigungen reichen also nur bis 2040 - 2045.

 

Ein Kernforderung von Michael Müller an Regierung und Politik ist, aus der Atomkraft zu lernen. Es kann nicht sein, dass eine Technik mit hohen Subventionen in die Welt gesetzt wird, wenige Konzerne dann für wenige Jahre hohe Gewinne abschöpfen und dann die Gemeinschaft große Summen für die Beseitigung der Folgen aufwenden muss. Auch in anderen Bereichen gibt es das gleich Verhalten der Politik, etwas technisch Machbares einfach mal in die Welt zu setzen ohne sich Gedanken über die Folgen zu machen.

 

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