Zu viel Kohle

Analyse Klimawandel: Nur mit Stilllegung ineffizienter Kohlemeiler kann Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen

Bild: © Julian Nitzsche / pixelio.de
Bild: © Julian Nitzsche / pixelio.de

In der Frankfurter Rundschau vom 11. November 2014 findet sich eine gute und lesenswerte Analyse zum aktuellen Streit zwischen Sigmar Gabriel und Barbara Hendriks.
mehr: fr-online: Zu viel Kohle


Zitat: "Die Bundesregierung wird ihr Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu senken, womöglich verfehlen... Die 40 Prozent CO2-Einsparung sind ohne zusätzliche Schritte in praktisch allen Sektoren – von Kraftwerken über Verkehr bis Haushalte – nicht zu schaffen...  Für den 3. Dezember ist die Verabschiedung des „Nationalen Klimaschutzplans“ im Bundeskabinett angesetzt... Darin soll festgelegt werden, welche Sektoren was beitragen müssen, um die 60 bis 90 Millionen Jahrestonnen CO2 einzusparen, die Deutschland mit Blick auf das 2020er-Ziel derzeit noch zu viel ausstößt... Unter Experten ist klar, dass der wesentliche zusätzliche Minderungsbeitrag aus dem Kraftwerkssektor kommen muss. Damit würde eine dramatische Fehlentwicklung der letzten drei Jahre korrigiert..."

Und weiter: "Leider fällt Hendricks nun, auf den letzten Metern vor dem Kabinettsbeschluss, ihr Kollege und Parteifreund Gabriel in den Rücken. Der Wirtschaftsminister lanciert ein Positionspapier, das von der Kohlegewerkschaft IGBCE abgeschrieben sein könnte. Man könne „nicht gleichzeitig aus der Atomenergie und der Kohleverstromung aussteigen“, heißt es darin. Wer das wolle, sorge für explodierende Strompreise, die Gefahr von Blackouts im Netz und die Abwanderung großer Teile der Industrie ins Ausland. Die Argumentation ist holzschnittartig und baut einen Popanz auf. Niemand, nicht einmal der radikalste Umweltschützer, bestreitet, dass während des Übergangs auf ein Öko-Energiesystem noch auf absehbare Zeit ergänzende fossile Kapazitäten notwendig sind. Ein klar definierter „Einstieg“ in den Kohleausstieg allerdings ist überfällig. Natürlich wäre es für die Regierung am bequemsten, die Stromkonzerne würden die Altmeiler, die wegen der gesunkenen Börsenstrompreise teils ohnehin am Rande der Rentabilität arbeiten, aus eigenem Antrieb stilllegen. Doch sich darauf zu verlassen, wäre blauäugig."