CO2 Einsparung durch Windkraft

Stromerzeugung: großer Beitrag zum Klimaschutz durch Windkraft

© Februar 2015 | BMWi, AGEE-Stat
© Februar 2015 | BMWi, AGEE-Stat

Windkraft an Land leistete in 2014 mit knapp 40 Mio. Tonnen vermiedener Treibhausgas-Emissionen den größten Beitrag (36%) zum Klimaschutz im Strombereich. Windkraft und Photovoltaik sparten in Summe 64 Mio. Tonnen Treibhausgas-Emissionen ein.

 

Insgesamt trägt der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland wesentlich zur Erreichung der Klima-schutzziele bei und ermöglicht die Reduzierung der Abhängigkeit von Energierohstoffimporten. In allen Verbrauchssektoren (Strom, Wärme, Verkehr) werden fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt. In 2014 resultierte aus dem Einsatz erneuerbarer Energien eine Treibhausgasvermeidung von 148 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten – davon:

  • 73% im Stromsektor (ca. 109 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)
  • 23% im Wärmesektor (ca. 34 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)
  •   4% im Verkehrssektor (ca. 5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)

Obenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen im Strombereich durch die Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland seit 1990. Bei der Bilanzierung der vermiedenen Emissionen sind die vorgelagerten Prozessketten zur Gewinnung und Bereitstellung der Energieträger sowie der Herstellung der Anlagen berücksichtigt („Vorketten“). In einer Netto-Bilanzierung werden die Emissionen der durch erneuerbare Energien ersetzten fossilen Primärenergieträger denjenigen Emissionen gegenübergestellt, die aus den Vorketten und dem Betrieb der regenerativen Energieerzeugungsanlagen resultieren. Einschränkung: bei der Treibhausgasvermeidung durch Bioenergieträger konnte der Effekt durch Landnutzungsänderungen als Folge des Energiepflanzenanbaus aufgrund unzureichender Datengrundlagen in den Berechnungen noch nicht berücksichtigt werden.

 

mehr: BMWi: Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat)

mehr: BMWi [01.02.2015] Erneuerbare Energien - Hintergrund - Erneuerbare Energien im Jahr 2014

Umweltbundesamt: Treibhausgasemissionen in Deutschland

© März 2015 | BMUB, UBA
© März 2015 | BMUB, UBA

Im Jahr 2014 sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um mehr als 41 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (4,3%) gesunken. Insgesamt lagen die Treibhausgas-emissionen 2014 bei 912 Mio. Tonnen. Das entspricht einer Minderung um 27% im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990.

Der Emissionsrückgang in 2014 ist echten Fortschritten beim Klimaschutz, aber auch dem milden Winter zu verdanken. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch nahm 2014 um 2,4 Prozentpunkte auf 27,8 Prozent zu. In erster Linie haben die erneuerbaren Energien die emissionsärmeren fossilen Brennstoffe Erdgas und Steinkohle verdrängt, während Braunkohleverstromung auf nahezu unverändert hohem Emissionsniveau verblieb. Insgesamt trug die Energiewirtschaft (allgemeine Strom- und Wärmeversorgung) mit knapp 6% Rückgang zur Treibhausgasminderung bei. Bei der energetischen Gebäudesanierung sind allerdings keine wesentlichen Fortschritte festzustellen. Im Verkehr stiegen die Emissionen gar um mehr als 3 Prozent. In der Landwirtschaft stiegen die Emissionen des Treibhausgases Lachgas (N2O) auf Grund des erhöhten Absatzes an mineralischem Dünger leicht an.


Hintergrund:

Deutschland hat sein im Kyoto-Protokoll vorgegebenes Ziel zur Minderung der Treibhausgasemissionen übererfüllt. Eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent im Zeitraum 2008 bis 2012 war das Ziel. Erreicht wurde eine Minderung um 23,6 Prozent. Zum Vergleich: Innerhalb der EU sind die Emissionen im selben Zeitraum um etwa 19 Prozent gesunken. Allerdings war die weitere Entwicklung in den Jahren 2012 und 2013 getrübt durch einen Anstieg der Emissionen

  • in 2012 um 1,1 % (11 Mio. t CO2 Äquivalente)
  • in 2013 um 1,2 % (12 Mio. t CO2 Äquivalente)

Dieser Anstieg lässt sich u.a. darauf zurückführen, dass mehr Braun- und Steinkohle für die Stromproduktion eingesetzt wurde. Insbesondere auch die politische Blockade zur wirksamen Reform des EU-Emissionshandels hatte diese unerfreuliche Entwicklung ermöglicht. Die Zahlen für 2014 interpretieren das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt als Trendwende im Klimaschutz.

 

Ziele:

Die Treibhausgas-Emissionen sollen in Deutschland bis 2020 um mindestens 40 % gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden. Weitere Reduktionsschritte plant die Große Koaltion - nach der Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris - festzuschreiben und hat im Koalitionsvertrag hierzu einen Zielwert von bis zu 80 bis 95 % in 2050 genannt.

 

mehr: UBA[31.03.2015]: UBA-Emissionsdaten zeigen Trendwende beim Klimaschutz

mehr: UBA[31.03.2015]: UBA-Emissionsdaten zeigen Trendwende beim Klimaschutz ( Dokument mit Grafiken)

mehr: UBA[10.3.2014]: Treibhausgasausstoß in 2013 erneut um 1,2 % leicht gestiegen

mehr: UBA[16.1.2014]: Hendricks - Beim Klimaschutz ehrgeiziger werden

Nationaler Klimaschutzbeitrag der deutschen Stromerzeugung

© März 2015 | BMWi
© März 2015 | BMWi

Zur Erreichung der Klimaschutzziele 2020 besteht noch ganz erheblicher Handlungsbedarf. Insbesondere ist im Bereich der der Stromversorgung ein sozialverträglicher Strukturwandel einzuleiten.  Mit dem Ansatz "nationaler Klimaschutzbeitrag der deutschen Stromerzeugung" will das BMWi den ineffizienten EU-Emissionshandel ergänzen und den CO2-Jahresausstoß der rund 500 fossilen Kraftwerke in Deutschland über die bisherigen Planungen hinaus um zusätzlich 22 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente bis zum Jahre 2020 absenken. Konkret sollen die CO2-Emissionen von 349 Mio. t (Stand 2014) auf 290 Mio. t in 2020 sinken).

 

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