Deutschland schlecht auf Atomunfall vorbereitet

Als Lehre aus Fukushima liegen Vorschläge der Strahlenschutz-Kommission zur Verbesserung der Vorkehrungen für einen Atomunfall in Deutschland vor - die Behörden haben es aber offenbar nicht eilig

Die Strahlenschutz-Kommission (SSK) hat bereits im Oktober eine Empfehlung zu größeren Evakuierungszonen diskutiert. Die Evakuierungszone für Anwohner soll von 10 km auf 20 km ausgedehnt werden (entspricht der heutigen Evakuierungszone in Fukushima). Außerdem sollen Jodtabletten für Kinder, Jugendliche und Schwangere für das gesamte Bundesgebiet vorgehalten werden, was bislang nur im 100-Kilometer-Umkreis der Atomanlagen der Fall ist. Dies soll Schilddrüsen-Schäden vorbeugen, die durch radioaktiven Fallout entstehen können. In Japan war es versäumt worden, unmittelbar nach dem Unfall ausreichend Jodtabletten zu verteilen. Die Empfehlungen beruhen auf einer Neubewertung des Risikos die das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) nach den Erfahrungen mit Fukushima vorgenommen hat. 

Derzeit wird der Vorschlag im Medizinausschuss der SSK beraten, mit einer Entscheidung ist frühestens im Februar 2014 zu rechnen. Danach ist ein Beschluss durch die Innenministerkonferenz notwendig. Es kann insgesamt noch Jahre dauern bis die Katastrophenschutzpläne angepasst sind. Zudem ist es wichtig, auch auf andere Länder in der EU einzuwirken, dass auch dort Sicherheitsmaßnahmen und Katastrophenschutz an die Lehren aus Fukushima angepasst werden.

Zur Erinnerung: in Japan wurden nach der Katastrophe Sicherheitsmängel, wie das Verzögern einer Entscheidung zur Erhöhung der Schutzmauer gegen Tsunamis, bekannt.

 

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