UN-Klimagipfel - Ergebnisse

Minimalkonsens! NGOs protestierten gegen Gipfel-Farce und Einfluss der Kohlelobby

Entschlossenes Handeln wird immer dringender. Der Weltklimarat, die IEA, Germanwatch, NGOs, weitere Wissenschaftler, Journalisten und Bürger haben Fakten bereitgestellt und auf die Dringlichkeit des Klimaschutz hingewiesen. In den Medien erschienen sehr gut aufbereitete Hintergrundberichte - vom 5. Bericht des Weltklimarat bis zur Frage der Klimaflüchtlinge. Wie ein harter Wink der Natur führte der Taifun Haiyan in den Philippinen vor, was uns bevorsteht.

Niemand kann mehr sagen " das haben wir aber doch nicht gewusst".

 

Tagesschau.de unternahm am 23.11. den redlichen Versuch einer bestmöglich positiven Darstellung zum Abschluss der Klimakonferenz in Warschau: "UN-Klimakonferenz endet mit Minimal-Konsens; viele Kompromisse, keine Katastrophe".

 

Den aussagekräftigsten Teil dabei sehen Sie, wenn Sie das Video anschauen - Delegierte die in ihren Sitzen einschlafen.

Video©tagesthemen [23.11.2013, 22:45], Ulrich Adrian, ARD


Trotzdem blieb die 19. UN-Weltklimakonferenz noch weit hinter den ohnehin sehr mageren Erwartungen zurück. Länder wie Japan, Australien und Kanada kündigten ihre Klimaschutzziele auf. Brasilien präsentierte ein rasant beschleunigtes Abholzen seiner Regenwälder. Schwellenländer wie China verhinderten, dass alle Länder Klimaschutzziele nun endlich in 2014 vorlegen sollen - dies wurde weiter vertagt bis zur Konferenz in Paris - 2015. Ein Klimavertrag soll dann endlich in 2020 unterzeichnet werden.
Wie der Beschluss aus 2009, Klimaschutzhilfen auf jährlich 100 Milliarden Dollar bis 2020 zu steigern, umgesetzt werden soll wurde ebenfalls nicht konkretisiert. Immerhin sagten einige Industrieländer in Summe 100 Mio. Dollar für den "Grünen Klimaschutzfonds" zu, aus dem konkrete Projekte wie Windkraft-, Solar-, Biogasanlagen, Deichbau, Anpassung Agrarpraktiken, stabile Wasserversorgung finanziert werden soll. 40 Mio. davon kommen aus Deutschland.

 

Nach dem Gipfel rief der deutsche Umweltminister Altmaier zu weiteren Bemühungen auf. Alle Staaten, auch die großen Schwellenländer, müssten ihrer Verantwortung gerecht werden. Die Worte klingen merkwürdig, wenn man berücksichtigt, dass Altmaier sich ganze 6 Stunden Zeit in Warschau für das Klima nahm. Die Klärung von einzelnen Punkten zum Koalitionsvertrag in Berlin schien wichtiger zu sein.


Am 21.11. hatten NGOs wie WWF, Greenpeace, Oxfam, BUND, Friends oft the Earth und der internationale Gewerkschaftsverband ITUC die Reißleine gezogen. Sie verließen die Verhandlungen und fanden somit wenigsten Gehör im Protest gegen die "Gipfel-"Farce im Interesse der Kohleindustrie". "Die verantwortungslose Untätigkeit der Regierungen angesichts der schon heute dramatischen Ausmaße des Klimawandels hat uns keine andere Wahl gelassen", erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Vor dem "walk-out" hatten über 70 NGOs an die UN und die Verantwortlichen des Klimagipfels appelliert, den übermäßigen Einfluss der fossilen Energieindustrie in Verhandlungen künftig zu begrenzen.

 

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FAZ: Umweltorganisationen verlassen den Klima-Gipfel

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Stellungnahmen der NGOs zur Klimakonferenz:

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