Klimaschutz

Deutschland: 6.-größter Verursacher von CO2 Emissionen, Japan: Klimaschutzziel gekippt; Abhängigkeit von Atom macht Japan zum großen CO2 Sünder

Eine neue Studie wiederlegt die in der Klimaforschung bestehende These, dass die globale Erwärmung seit 15 Jahren nachgelassen habe. Bislang noch bestehenden Datenlücken - insbesondere zur Arktis - konnten geschlossen werden.

 

Global Carbon Project hat die aktuellen Daten zum weltweiten CO2 Ausstoß zur Verfügung gestellt. Für 2013 wird ein Anstieg auf 36 Milliarden Tonnen CO2 Emissionen erwartet, was 61% über dem CO2 Ausstoß von 1990 liegt.

Die 10 Länder mit den größten energiebedingten CO2 Emissionen sind:

  1. China
  2. USA
  3. Indien
  4. Russland
  5. Japan
  6. Deutschland
  7. Südkorea
  8. Kanada
  9. Brasilien
  10. Indonesien

Basis: BP Statistical Review of World Energy, June 2013

Germanwatch stellt zur Klimakonferenz jeweils den neuste Klimaschutz-Index vor, in dem anhand einheitlicher Kriterien die Klimaschutzleistungen von 58 Staaten, die zusammen für mehr als 90 Prozent des globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, verglichen werden. Deutschland stürzt im Vergleich zum vergangenen Jahr um elf Plätze auf Platz 19 ab. Gründe: wenig konstruktive Rolle in der EU Energiedebatte, Blockade der Reform des EU Emissionshandelssystems, Blockade der Klimapolitik im Bereich der Automobilindustrie sowie die schleppende Entwicklung der eigenen Energiewende. Die Tatsache, dass der CO2 - Ausstoß in diesem und im vergangenen Jahr gestiegen ist wird sich unerfreulich auf die Platzierung im nächsten Klimaschutzindex auswirken.

Leichte Fortschritte in der Klimaschutzpolitik gibt es dagegen in China. Der Anstieg des CO2 Ausstoß hat sich in China verlangsamt. Ein wesentlicher Grund für den rasanten Anstieg des CO2 Ausstoß in China war und ist die Industrialisierung. Die westliche Welt hat große Teile der Produktion nach China verlagert. Etwa 1/4 des gesamten CO2 Ausstoß von China ist durch den Export bedingt: "China als die Fabrik der Welt".

 

Rechnet man dies auf die Länder um, die von China beliefert werden, so sind im Beispiel Deutschland die zu verantwortenden CO2-Emissions um 12,5% höher als im offiziellen Bericht angegeben. 2/3 der seit 1995 von Deutschland berichteten CO2-Einsparung ist demzufolge keine Einsparung sondern Auslagerung von  Produktion und damit Auslagerung von CO2-Emisisonen nach China.

 

Die positive Darstellung der Entwicklung in den USA ist durch den Fracking-Boom zu erklären. Allerdings ist die Klimawirkung von Fracking umstritten (Stichwort, diffuse Freisetzung von Methan). Kritiker sehen, dass der Fracking Boom in USA bereits den Höhepunkt überschritten hat.


Sehr negativ ist am 15.11. die Ankündigung der japanischen Regierung  aufgenommen worden, das Klimaschutzziel drastisch nach unten zu korrigieren. Japan hatte zugesagt den CO2-Ausstoß um 25 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Nun strebt Japan an, die Emissionen bis 2020 um 3,8 Prozent unter das Niveau von 2005 zu drücken, was einer Steigerung um etwa 3% gegenüber dem Wert von 1990 gleichkommt. Als Grund wurde die Reaktorkatastrophe von Fukushima genannt, die derzeit eine höhere Nutzung von fossilen Brennstoffen erzwingt.

Wer sich den Verlauf von Japans CO2 Emissionen von 1990 bis 2012 anschaut sieht den auch in anderen Ländern bekannten Effekt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009/10. Erkennbaren Fortschritten bei CO2 Einsparungen sind jedoch nicht zu erkennen. Und dies obwohl Japan - nach den USA und Frankreich - weltweit die meisten Atomkraftwerke bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima in Betrieb hatte.
Generell verbraucht Japan so viel verflüssigtes Erdgas (LNG) wie kein anderes Land, ist der zweitgrößte Importeur von Kohle und der drittgrößte von Öl. Ein Jahr nach der Fukushimakatastrophe hatte die japanische Regierung beschlossen, ein Fördergesetz für Erneuerbare Energien aufzulegen, das nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz arbeiten soll. Eine Installation an Solarenergie von deutlich über 10 Gigawatt pro Jahr wurde als möglich eingeschätzt. Neben der Solarenergie sollten auch Windkraft, Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Biomasse gefördert werden.

 

Quellen: