Verbraucher: Ja zur Energiewende, Kritik an Umsetzung

Umfrage bei Verbrauchern zeigt hohe Zustimmung zur Energiewende aber Kritik bei der Umsetzung. Verbraucherzentralen fordern gerechte Verteilung der Kosten, 

bessere Koordination und Windkraft an Land anstatt Windkraft-Offshore

Die drei griffigen Forderungen in den Schlagzeilen vom 12.8. zur Energiewende

  • bessere Koordination
  • gerechte Verteilung der Kosten
  • dezentrale Stromversorgung: Windkraft an Land anstatt Windkraft-Offshore

hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) im Hintergrundbericht im Deutschlandfunk konkret erläutert: Herausnahme der Alt-Solarförderung aus EEG Umlage, gerechte Verteilung der Kosten zwischen Verbrauchern und Industrie, bessere Planung, dezentrale Stromerzeugung - d.h. Windkraft an Land anstatt Windkraft-Offshore und ein Bundesamt für die Energiewende. Eine aktuelle Forsa Umfrage zeigt

  • 82% Zustimmung der Verbraucher zur Energiewende
  • 48% haben aber mittlerweile eine kritische Meinung zur Umsetzung

Die kritische Sicht der Verbraucher ist vor allem mit den Kosten verbunden. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb

  • die bisher zugesagte Solarförderung als das zu betrachten was sie ist: Technologieentwicklungskosten. Durch Finanzierung dieser 9 Milliarden € p.a. aus öffentlichen Mitteln würde die EEG Umlage auf 2 - 2,5 Cent / kWh sinken.
  • Lasten gerecht zu verteilen, d.h. die Befreiung der stromintensiven Unternehmen ist auf ein angemessenes Maß zu reduzieren - dabei sollten im Wesentlichen klein- und mittelständische Unternehmen bevorzugt werden.
  • eine bessere Planung und Abstimmung um - wie am Beispiel des Netzausbaus ersichtlich - unnötige Belastungen für Natur und Landschaft sowie unnötige Kosten für den Ausbau der Hochspannungsnetze zu vermeiden.
  • dezentrale Stromversorgung
  • Bundesamt für die Energiewende

Auf der Homepage des vzbv finden Sie die Downloads zur Forsa Umfrage und weitere Informationen. Insbesondere auch zur Einschätzung der Verbraucher, dass sie bei der Energiewende zu wenig einbezogen werden. Zitat: "Weit mehr als die Hälfte der Verbraucher misst sich selbst (63 Prozent) oder Verbraucherverbänden (60 Prozent) nur einen geringen Einfluss auf das Gelingen der Energiewende bei. Die aus ihrer Sicht einflussreichsten Akteure sind Wirtschaft und Industrie (87 Prozent), die Energieversorger (86 Prozent) und die Politik (86 Prozent)." Und weiter sagt Gerd Billen, Vorstand des vzbv: „Die Verbraucher bezahlen für die Energiewende, dürfen aber nicht mitentscheiden. Die Verbraucherperspektive darf bei dem Großprojekt Energiewende nicht zu kurz kommen“.

 

Bei den einzelnen Auswertungen ist u.a. interessant, dass

  • 52% der Befragten steigende Energiepreise als Nachteil nennen während nur
    13% das Thema Landschaftsbild bzw. "Verschandelung der Landschaft" genannt hatten
  • 50% der Befragten einer Begrenzung des Ausbauvolumens für Erneuerbare Energien Anlagen zur Begrenzung der Kosten befürworten während
    40% sich dafür aussprachen wie bisher den schnellstmöglichen Ausbau voranzutreiben und zu fördern.

 

Anmerkung - unsere Position: wir sprechen uns für den schnellstmöglichen Umstieg auf Erneuerbare Energien aus - um zu verhüten, dass weitere Kohlekraftwerke für Jahrzehnte ans Netz gehen, für den Klimaschutz, aus Verantwortung für die folgenden Generationen. Wir sprechen uns genauso dafür aus, den für Natur und Umwelt schonendsten und auch den wirtschaftlichsten Weg zu gehen: dezentrale Stromversorgung.

 

mehr: dradio.de: EEG-Umlage verärgert viele Stromabnehmer

mehr: vzbz: Energiewende: Verbraucher sehen Nachbesserungsbedarf